Erkelenz: Gewerkschafter demonstrieren in der Nähe des Klimacamps

Erkelenz : Gewerkschafter demonstrieren in der Nähe des Klimacamps

Wenn in der kommenden Woche Hunderte Braunkohlegegner zum Klimacamp in den Erkelenzer Lahey-Park kommen, will auch die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) nach Erkelenz kommen, um für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze und gegen Anfeindungen von Kohlegegnern zu protestieren.

Die IG BCE-Aktion trägt den Titel „Schnauze voll“. Die Gewerkschaft will ab 18. August eine Mahnwache abhalten und Flugblätter verteilen. Am 26. August soll ein Demonstrationszug mit Kundgebung in Holzweiler stattfinden. Manfred Maresch, Bezirksleiter der IG BCE Alsdorf hob hervor, dass sich die Aktion nicht gegen das Klimacamp richte. „Wir wollen lediglich den Zeitraum des Klimacamps nutzen, um auf unsere Situation als Beschäftigte, Mitglieder und Menschen hinzuweisen“, sagte er.

In den Augen der Gewerkschaft seien es die Beschäftigten im Tagebau, die unter der deutschen Energiepolitik zu leiden hätten. „Wir sind diejenigen, die unter den massiven negativen wirtschaft­lichen Folgen einer zum Teil verfehlten Energiepolitik leiden und die immer wieder in die Situation kommen, in denen es zu gewalte_SDHptätigen Aktionen im Rahmen von Klimacamps beziehungsweise des Wiesencamps am Hambacher Forst kommt“, sagte Manfred Maresch. Die Beschäftigten müssten „die Zeche zahlen mit Arbeitsplatzverlusten und den Forderungen von Arbeitgebern nach Lohnkürzungen.“

Alternatives Zusammenleben

Zum Klimacamp werden mehrere Hundert Braunkohlegegnern aus ganz Europa erwartet. Das Camp findet diesmal auf dem Rasensportplatz am Lahey-Park statt. Der Park liegt an der L19 zwischen den Erkelenzer Stadtteilen Kückhoven und Holzweiler, nur wenige Kilometer vom Braunkohletagebau Garzweiler II entfernt. Das Klimacamp findet vom 19. bis 29. August statt. Ganz in der Nähe soll auch die Mahnwache der IG BCE abgehalten werden.

Im Klimacamp steht nach Angaben der Veranstalter vor allem das alternative Zusammenleben im Vordergrund. Es gehe in den geplanten Workshops zum Beispiel um den „Zusammenhang von Klimawandel und Wirtschaft“. Außerdem sollen Aktionen eingeübt werden, wie man die Infrastruktur in einem Braunkohletagebau stören kann.

Im vergangenen Jahr hatten sich die Aktionen Klimacamp und „Ende Gelände“ stark vermischt. Im Camp war für Außenstehende kaum zu erkennen, welchen Camp-Teilnehmern es um alternative Lebensformen ging und welche in erster Linie den Braunkohleabbau stören wollten. Aus dem Klimacamp zogen damals Hunderte Aktivisten zum Braunkohletagebau Garzweiler II. Trotz massiver Polizeipräsenz gelang es mehr als 800 Aktivisten, in den Braunkohletagebau einzudringen.