Kreis Düren: Gewerkschaft NGG sieht Zuwanderung als Chance

Kreis Düren : Gewerkschaft NGG sieht Zuwanderung als Chance

Im Kreis Düren sei bei der Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt „noch deutlich Luft nach oben“. Das jedenfalls sagt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Rund 1400 Menschen mit Fluchthintergrund seien im Kreis im vergangenen Dezember auf Job-Suche gewesen — darunter 759 Syrer, 325 Iraker und 86 Afghanen.

Damit hätten neun Prozent aller Menschen, die zuletzt im Kreis eine Arbeit suchten, eine Flucht hinter sich. Die NGG Aachen spricht von einem „großen Potenzial für den regionalen Arbeitsmarkt“.

„Geflüchtete haben es besonders schwer, einen Job zu finden“, sagt NGG-Geschäftsführer Peter Mogga. Neben der Arbeitserlaubnis fehlten oft die nötigen Sprachkenntnisse oder eine ausreichende Schulbildung. Gut zwei Jahre nach der großen Zuwanderungswelle macht die NGG Druck: Es sei „höchste Zeit für mehr Anstrengungen von Politik und Wirtschaft, um Schutzsuchenden eine bessere Chance auf dem heimischen Arbeitsmarkt zu geben. Doch auch sie selbst müssen sich aktiv um einen Job kümmern.“

Die Hotellerie und Gastronomie habe Erfahrung mit Zuwanderern, sagt Mogga und spricht vom „Integrationsmotor Gastgewerbe“. Die Branche könne besonders jungen Flüchtlingen eine Perspektive bieten — ebenso wie die Lebensmittelwirtschaft. Denn wer als Schutzsuchender eine Berufsbildung beginnt, erhält nach dem Integrationsgesetz eine Duldung.

Damit es im Betrieb dann auch rund laufe, müssten die Geflüchteten ausreichend Deutsch sprechen und kulturelle Besonderheiten kennen, betont Mogga. „Der vorgeschriebene Integrationskurs reiche hier oft nicht aus. „Wir brauchen mehr staatliche Bildungsangebote, um Asylbewerber fit für den Arbeitsmarkt zu machen — und im nächsten Schritt ein richtiges Einwanderungsgesetz, damit Fachkräfte legal zu uns kommen können.“

Die Zuwanderung biete angesichts des Facharbeiterbedarfs, den es in vielen Bereichen gebe, riesige Möglichkeiten. An die Adresse der Betriebe macht der Gewerkschafter deutlich: „Es darf keine Aufweichung des Mindestlohns oder der Dokumentationspflichten geben. Wer nach Deutschland geflüchtet ist, hat eine Chance verdient und darf nicht als billige Arbeitskraft ausgenutzt werden.“

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