Kreis Heinsberg: Gewerkschaft der Polizei: „Stimmung ist schlecht“

Kreis Heinsberg : Gewerkschaft der Polizei: „Stimmung ist schlecht“

Die Stimmung unter den Kolleginnen und Kollegen sei „so schlecht, wie ich sie so noch nicht gekannt und erlebt habe“. Dies sagte Harald Bosten, Vorsitzender der Kreisgruppe Heinsberg in der Gewerkschaft der Polizei (GdP), bei der Jahreshauptversammlung am Donnerstag im Hilfarther Saal Sodekamp-Dohmen.

486 Mitglieder zählte die GdP-Kreisgruppe zum Jahreswechsel; vier mehr als ein Jahr zuvor. Sie ­teilen sich auf in 266 Beamte, 28 Tarifbeschäftigte, 188 Pensionäre und Witwen sowie vier weitere Personen. So liegt der Organisationsgrad im Beamtenbereich aktuell bei circa 72 Prozent. „Die Vertrauensarbeit der Kolleginnen und Kollegen vor Ort ist auch weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Basisarbeit“, stellte der Vorsitzende fest, der insbesondere auch die Seniorenarbeit von Klaus Labahn und dessen Team anerkennend herausstellte.

Bosten sprach die schon chronische Mangelverwaltung aufgrund von Personalmangel an. Die Kolleginnen und Kollegen würden immer mehr belastet. Kritisch setzte sich der Kreisgruppenvorsitzende mit dem „PDU-Erlass“ auseinander, in dem es um die Polizeidienstuntauglichkeit gehe. Dessen Sinn und Zweck sei es, eine einheitliche Verfahrensweise primär in Bezug zu den Dauerkranken zu erlassen. In Heinsberg sei das Thema Dauerkranke, die ohnehin an einer Hand abzuzählen seien, aber bereits 2015 und 2016 gut und vertrauensvoll zusammen mit der Behördenleitung abgearbeitet worden. Leider sei es nunmehr so in Heinsberg, dass alle verwendungseingeschränkten Kolleginnen und Kollegen in dieses PDU-Verfahren geschickt würden. Alle, die jahrelang trotz Verwendungseinschränkung ihre Arbeit gut und vernünftig erledigt hätten und auch nicht dauerkrank gewesen seien, müssten sich beim Amtsarzt vorstellen. Das koste Geld (zum Beispiel für Gutachterkosten) und Nerven der Kolleginnen und Kollegen.

Mit Blick auf Arbeitszeitverordnung und neue Schichtmodelle forderte Bosten, es müsse dringend ein Personalpuffer geschaffen werde. Gerade die Kolleginnen und Kollegen im Wach- und Wechseldienst hätten, weil sie Schichtdienst leisten würden, ein verbrieftes Recht auf Vereinbarkeit von Beruf, Familie, Freunden und Hobby.

Bosten sprach ebenfalls die Überalterung in den Direktionen Verkehr und Kriminalität an. „Bei der Direktion K häufen sich die Aktenberge.“ Es werde einen sehr schwierigen Generationenwechsel geben, sagte er voraus. Der Personalmangel sei nicht vor Ort, sondern einzig und alleine von Landespolitikern verursacht worden. Die neue Landesregierung habe angekündigt, die Landratsbehörden personell zu unterstützen. „Hoffentlich hält sie ihr Wort, denn daran wird sie unter anderem gemessen werden.“

(disch)
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