Kreis Heinsberg: Gewerbeflächenverkauf: Kreis Heinsberg ist spitze

Kreis Heinsberg : Gewerbeflächenverkauf: Kreis Heinsberg ist spitze

„Der Kreis Heinsberg ist wirklich die Spitze im ­Westen!“ Dies sagte Dr. Lothar Mahnke, Geschäftsführer der Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer (Agit), als er am Dienstag das Gewerbeflächen-Monitoring für die Region Aachen 2015 vorstellte.

Dass dies in einem Pressegespräch bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg (WFG) geschah, kam nicht von ungefähr. „Der Kreis Heinsberg hat mit weitem Abstand am besten abgeschnitten“, so Mahnke.

Freude über die Top-Zahlen für den Kreis Heinsberg bei der Präsentation vom Gewerbeflächen-Monitoring 2015: Dr. Lothar Mahnke (l.) und Ulrich Schirowski.
Freude über die Top-Zahlen für den Kreis Heinsberg bei der Präsentation vom Gewerbeflächen-Monitoring 2015: Dr. Lothar Mahnke (l.) und Ulrich Schirowski. Foto: WFG

Vier Städte in Top-10-Liste

Im regionalen Vergleich haben nach Angaben der Agit die Kommunen im Kreis Heinsberg in der Bilanz für 2015, was den Verkauf von Gewerbeflächen angeht, mit 34,09 Hektar (2014: 25,96 Hektar) eindeutig die Nase vorn. Stadt und Städteregion Aachen sowie die Kreise Düren und Euskirchen: Sie alle zusammen kamen auf knapp 30 Hektar. Im Kreis Heinsberg spielte 2015 der Verkauf des etwa 20 Hektar großen Geländes für den Online-Versandhändler Jago im Industriepark Rurtal Hückelhoven-Wassenberg die Hauptrolle.

Aber auch die Veräußerung von 6,75 Hektar für eine erneute Lidl-Investition im Gewerbe- und Industriegebiet an der B 221 in Übach-Palenberg trug wesentlich zu der Erfolgsbilanz bei. So sind denn in der Top-10-Liste der Kommunen mit den größten Flächenveräußerungen im Jahr 2015 gleich vier Städte aus dem Kreis Heinsberg zu entdecken: Hückelhoven mit 22,83 Hektar, Übach-Palenberg mit 6,75 Hektar, Wassenberg mit 2,64 Hektar und Erkelenz mit 2,03 Hektar.

Mahnke würdigte die positiven Zahlen für den Kreis Heinsberg als einen Erfolg der Wirtschaftsförderungspolitik der vergangenen Jahre und verwies mit Blick auf Firmen wie QVC, Jago und andere auf die Tatsache: „Der Kreis Heinsberg ist inzwischen ein Logistikstandort.“

Ulrich Schirowski, seit August 2015 als Nachfolger von Dr. Joachim Steiner der neue Geschäftsführer der WFG, freute sich natürlich über „das sehr, sehr gute Ergebnis“. Mit Blick auf die Standortmarketingkampagne der WFG unter dem Titel „Spitze im Westen“ sagte er: „An der Stelle beweist es sich.“ Die Bilanz sei „eine ganz tolle Sache, aber keine Sache, auf der wir uns ausruhen wollen. Sie ist Ansporn für die Zukunft.“

Und positiv gestimmt blickte er auch in die Zukunft, denn die Nachfrage sei sehr gut. Der Kreis Heinsberg sei bei Investoren im Gespräch. Dies liege einerseits an der großen Jago-­Investition, aber andererseits an wichtigen Weiterentwicklungen in der Verkehrsinfrastruktur. In diesem Zusammenhang stellte er den Lückenschluss A 46 / B 56 n heraus, der zugleich die Anbindung an das niederländische Autobahnnetz wie auch den Durchstoß in den Rhein-Ruhr-Raum darstelle. All das sorge für Aufmerksamkeit. Entlang der A46/B56n — „die ­Entwicklungsachse des Kreises“ — werde es neue Entwicklungschancen geben — nicht nur im südwestlichen Kreisgebiet.

Schirowski sprach in diesem Zusammenhang von weiteren interkommunalen Gewerbegebieten, die „denkbar“ seien: nicht nur für Gangelt, Selfkant und Waldfeucht, sondern vielleicht auch für Heinsberg und Geilenkirchen oder Erkelenz und Hückelhoven.

Strategische Entwicklung

Schirowski mahnte auf jeden Fall eine vorausschauende, strategische Gewerbeflächenentwicklung an: „Wenn sich die Gewerbe­flächennachfrage so weiterent­wickelt, kommen wir in einigen Jahren in die Situation, dass wir kaum noch adäquate Flächen im Angebotsportfolio haben. Dann wären wir in zehn bis zwölf Jahren ausverkauft, das darf natürlich nicht sein.“

Der neueste Bericht zum Gewerbeflächenmonitoring weist für den Kreis Heinsberg zum Jahresende 2015 92 Hektar als sofort, 13 Hektar als kurzfristig und 76 Hektar als mittelfristig verfügbar aus; plus 15 Hektar, die als ­Optionsflächen vergeben sind. Die größten Flächenreserven gibt es demnach in der Stadt Heinsberg mit 34,0 Hektar (davon 18,9 Hektar im Gewerbe- und Industriegebiet Dremmen und 12,6 Hektar im Bizzpark Oberbruch) und in der Stadt Wegberg mit 20,1 Hektar (davon 18,2 Hektar im Wildenrather Wegberg-Oval).

Aus dem Strukturwandel heraus habe es im Kreis Heinsberg an preisgünstigen Flächen in der Vergangenheit nicht gemangelt, so Schirowski. Deshalb sei die Frage der Entwicklung ganz neuer Flächen nun eine ganz neue Situation für den Kreis Heinsberg. Gemeinsam mit den Kommunen sei die Frage zu klären: „Wie können wir uns da neu aufstellen?“

Mahnke wollte auch ein wenig „Wasser in den Wein“ gießen. Was die Infrastruktur angehe, dürfe nicht nur an den Straßenverkehr gedacht werden, warnte er. Da sei auch die Digitalisierung. Für Gewerbegebiete müsse es vollwertige Breitbandanschlüsse geben. Aber auch dieser Hinweis konnte die beste WFG-Stimmung nicht trüben: „Da sind wir gut unterwegs“, meinte Schirowski.

(disch)