Städteregion: Gewerbeflächenkonzept: Kommunen wollen ihre Kräfte bündeln

Städteregion : Gewerbeflächenkonzept: Kommunen wollen ihre Kräfte bündeln

Wie sagt man doch so schön: „Gemeinsam sind wir stärker.“ Das ist zweifellos eine schon etwas ältere Weisheit, aber in der Städteregion hat sie längst noch nicht jeder verinnerlicht. So zeigte sich Thomas König denn auch angenehm überrascht, als in der Bürgermeisterkonferenz die Idee geboren wurde, ein Gewerbeflächenkonzept für die gesamte Städteregion und ihre zehn Kommunen zu entwickeln.

„Unsere Aufgabe wird es sein, diesen Prozess zu moderieren,“ stellt der Leiter des städteregionalen Amtes für Regionalentwicklung und Europa klar, dass die Entscheidungsbefugnis bei den Städten und Gemeinden bleiben wird. Doch der nun beschlossenen Abstimmung und Bündelung der Kräfte misst er dennoch eine große Bedeutung bei, weil damit die gesamte Städteregion als Wirtschaftsraum gestärkt werde.

Das kann Ruth Roelen nur unterstreichen: „Das gemeinsame Auftreten wird zur Ausweisung von mehr Gewerbeflächen führen“, zeigt sich die Arbeitsgruppenleiterin für den Bereich Mobilität, Strukturentwicklung und Tourismus überzeugt. Gerade darum gehe es in den kommenden Monaten, schließlich bereitet die Bezirksregierung gerade eine Überarbeitung des sogenannten Regionalplans vor. Dieser wird für die nächsten etwa 15 Jahren die entscheidende (und bindende) Planungsgrundlage für die Kommunen sein — nicht nur, aber auch, wenn es um die Ausweisung und die Erschließung von Gewerbeflächen und -gebieten geht.

Nun ist es allerdings so, dass die Berechnungen von Bezirksregierung und Kommunen mitunter deutlich von einander abweichen — bezüglich des Ist-Zustandes ebenso wie mit Blick auf den zukünftigen Bedarf. „Das liegt unter anderem daran, dass die Mindestgrößen für die Erfassung von Reserveflächen sehr unterschiedlich sind“, erläutert Thomas König. Außerdem tauchten in den Unterlagen der Kölner Behörde auch Grundstücke auf, von denen man wisse, dass sie niemals einer gewerblichen Nutzung zugeführt würden. „Deshalb kommt die Bezirksregierung oftmals zu ganz anderen Zahlen als die Kommunen.“ Und in diesen Fällen auf theoretische Potenziale, die es in der Praxis gar nicht gebe. Darüber hinaus sind laut König die Ansätze völlig unterschiedlich: „In Köln sitzen die Planer, die über die Vorgaben entscheiden. Wir betrachten die Angelegenheit hingegen in erster Linie unter dem Aspekt des Marketings und der Wirtschaftsförderung.“

Dies in Einklang zu bringen und dabei die Interessen der Kommunen so gut wie möglich zu vertreten, ist Ziel der vorbereitenden Gespräche zum Regionalplan. „Und ein gemeinsames Auftreten wird sicherlich zu einem besseren Ergebnis führen, als wenn jede Kommune versucht, alleine ihre Interessen zu vertreten“, argumentiert der Amtsleiter.

Das konzertierte Vorgehen soll sich aber nicht nur auf die Erstellung des neuen Regionalplans beschränken. „Es ist vielmehr erklärter Wille der Kommunen, langfristig im Pool eine gemeinsame Gewerbeflächenpolitik zu betreiben“, berichtet Ruth Roelen. Dazu gehöre dann auch, für eine faire Verteilung oder anderenfalls für einen Ausgleich zwischen den Kommunen zu sorgen — in letzter Instanz sogar finanzieller Art. Doch ehe es so weit ist, schränkt Roelen ein, würden wahrscheinlich noch einige Jahre vergehen.

Priorität soll zunächst der Regionalplan haben. Und hier drängt die Zeit gehörig: Bis Anfang November muss der Bezirksregierung eine Bestandsaufnahme für die Städteregion vorgelegt werden, ehe in die inhaltliche Argumentation für die Ausweisung neuer Gewerbeflächen und die konkrete Verhandlungen über mögliche Standorte eingestiegen wird. „Das ist sehr ehrgeizig“, räumt Ruth Roelen ein, und doch glaubt sie fest daran, dass der Zeitrahmen eingehalten — mit vereinten Kräften.