Städteregion: Gewalttätige Randalierer trüben die Polizeibilanz der Mainacht

Städteregion : Gewalttätige Randalierer trüben die Polizeibilanz der Mainacht

Die Zahl klingt erst einmal hoch: Zu 150 Einsätzen musste die Polizei der Städteregion in der Nacht zum 1. Mai ausrücken. Anders klingt diese Zahl, wenn sie mit der des Vorjahres verglichen wird: 2017 waren es nämlich noch 80 Einsätze mehr. In diesem Jahr leisteten mehrmals Betrunkene teils gewaltsam Widerstand gegen Ordnungskräfte. Der gravierendste Einsatz betraf allerdings einen schweren Unfall.

Aus polizeilicher Sicht verlief die Nacht also eher unauffällig. Die Zahl der Einsätze sei laut Polizeisprecherin Petra Wienen vergleichbar mit einer „normalen“ Samstagnacht gewesen. Teils erheblich weniger Einsätze waren auch in den typischen Kategorien Randalierer, Sachbeschädigungen, Streitigkeiten zu verzeichnen. Nur die Körperverletzungsdelikte blieben auf ähnlichem Niveau wie 2017. Die Beamten mussten zehn Strafanzeigen anfertigen, darunter drei Mal wegen Beteiligung an einer Schlägerei. „Abschließend bleibt festzustellen, dass die mainacht-typischen Einsätze von durchschnittlich um die 50 in den Vorjahren auf 22 in 2018 zurückgingen“, lautete die Bilanz der Polizeisprecherin.

Weniger erfreulich dagegen ist, dass es im Lauf der Nacht mehrmals zu gewalttätigem Widerstand gegen Polizisten, Rettungskräfte und Mitarbeiter des Ordnungsamtes kam. In Eschweiler leistete gegen 5.40 Uhr ein 19-Jähriger erheblichen Widerstand gegen zwei Polizeibeamte, als diese vor einer Diskothek in der Straße „Königsbenden“ streitschlichtend eingreifen mussten. Dabei wurden die Beamtin und ihr Kollege verletzt, blieben jedoch dienstfähig.

Der aggressive Mann und ihm „zu Hilfe“ kommende Freunde konnten nur mit Unterstützung weiterer herbeigerufener Beamter und den dortigen Türstehern zur Raison gebracht werden. Weil er selbst ebenfalls verletzt worden war, wurde der junge Mann mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.

In Aachen kam es zu zwei weiteren Fällen von Widerstand gegen Ordnungskräfte. Auf der Trierer Straße randalierte gegen 1 Uhr ein alkoholisiertes Pärchen, als Mitarbeiter des Ordnungsamtes der gestürzten Frau aufhelfen wollten. Erst mit Unterstützung der Polizei konnten der 22-jährige Mann und die 20-jährige Frau beruhigt werden. Auf der Wache wurden den Beiden Blutproben entnommen; der junge Mann blieb gleich zur Ausnüchterung im Gewahrsam. Beide erwartet nun ein Strafverfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und gleichstehende Personen. Ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes wurde leicht verletzt.

Ein weiter Fall ereignete sich gegen 2.45 Uhr am Musikbunker in der Rehmannstraße. Der Sicherheitsdienst hatte einen 27-jährigen Randalierer zunächst vor die Tür gesetzt. Als er trotz mehrfacher Aufforderung der gerufenen Polizisten die Örtlichkeit nicht verlassen wollte, nahmen die Beamten ihn in Gewahrsam. „Hierbei leistete auch er vehement und aggressiv Widerstand“, sagte Polizeisprecherin Wienen. Zur Ausnüchterung musste er den Rest der Nacht in einer Gewahrsamszelle verbringen. Ihn erwartet nun ebenfalls ein Strafverfahren.

Ein schwerer Unfall in Simmerath überschattete die Mainacht. Dabei wurden mehrere Maijungen verletzt. Am Morgen des 1. Mai war im Kreisverkehr am Bushof der Traktor mit Anhänger einer Maigesellschaft aus bislang nicht geklärter Ursache umgekippt. Dabei hatten sich die jungen Männer teils schwerere Verletzungen zugezogen. Die Ermittlungen zur Unfallursache dauern noch an.

(red/pol)
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