Kreis Heinsberg: Gescheiterte Leader-Bewerbungen: „Desavouierung des Kreises“

Kreis Heinsberg : Gescheiterte Leader-Bewerbungen: „Desavouierung des Kreises“

„Ich persönlich bin sehr enttäuscht darüber, dass der Kreis Heinsberg so missachtet wurde.“ Dies sagte der Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt und Verkehr, Franz-Michael Jansen (CDU), bei der jüngsten Ausschusssitzung im Heinsberger Kreishaus.

Bei der Auswahl der ländlichen Regionen für eine Förderung im Rahmen des EU-Leader-Programms war vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz weder die Bewerbung „Aachener Revier“ mit drei Städten aus dem Kreis Heinsberg (Erkelenz, Hückelhoven und Geilenkirchen) sowie fünf Kommunen der Städteregion Aachen berücksichtigt worden noch die Bewerbung von Heinsberg mit Gangelt, Selfkant und Waldfeucht. Jansen sprach traurig von einer „Desavouierung“, sprich einer Demütigung des Kreises, zumal die Bevölkerung ein sehr starkes Engagement in der Bewerbungsphase gezeigt habe. Es solle ihm keiner sagen, dass der Kreis Heinsberg kein ländliches Gebiet sei. Der Kreis sei nicht vernünftig und richtig behandelt worden.

Von dem Gefühl, „ungerecht behandelt“ worden zu sein, sprach auch Jansens Parteifreund Dr. Ferdinand Schmitz. Rechtsmittel seien gegen die Ministeriumsentscheidung bekanntlich nicht möglich, doch regte er an, auf anderem Wege zumindest Teile der Projekte zu retten.

Dezernent Josef Nießen, der erklärte, dass vom Ministerium keine Begründung für die Nicht-Berücksichtigung erteilt werde, bekräftigte Überlegungen und Bemühungen, über andere Förderkanäle Themen aus der Bewerbung umzusetzen und Projekte zu platzieren. Der Kreis wolle dieses Eisen schmieden, „damit bürgerschaftliches Engagement nicht ins Leere läuft“.

(disch)