Geilenkirchen/Hückelhoven: Gericht verurteilt Computerbetrüger und Dieb aus Ratheim

Geilenkirchen/Hückelhoven : Gericht verurteilt Computerbetrüger und Dieb aus Ratheim

Wegen gewerbsmäßigen Diebstahls und Computerbetrugs verurteilte das Schöffengericht Geilenkirchen einen arbeitslosen 33-jährigen Maurer aus Ratheim. Das Gericht musste zwei Strafen bilden, da bereits eine Verurteilung im Verlauf der knapp zwei Dutzend Straftaten erfolgt war, die der Angeklagte im aktuellen Verfahren größtenteils gestand.

In Verbindung mit der bereits verhängten Geldstrafe wurde er zu einem Jahr und zwei Monaten verurteilt. Die nach der im Februar erfolgten Verurteilung begangenen Taten wurden mit einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten belegt. Beide Strafen wurden zur Bewährung ausgesetzt. Der Angeklagte hatte bereits eine anderthalbmonatige Untersuchungshaft verbüßt.

Der Drogenkonsum des Angeklagten hatte ihn nicht nur zur Beschaffungskriminalität getrieben, sondern auch seinen Umgang mit den möglichen Folgen seiner Straftaten in einer Weise beeinflusst, die an Leichtsinn grenzte. So hatte der 33-Jährige zweimal versucht, mit einer gestohlenen Kreditkarte 1000 Euro abzuheben, ohne die PIN-Nummer zu kennen.

Richterin Corinna Waßmuth verwies darauf, dass doch jedem klar sein müsste, dass er beim Geldabheben an einem Automaten fotografiert werde. Vielleicht gründete der Optimismus des Angeklagten auch auf einem aus seiner Sicht glücklich verlaufenen Einbruchdiebstahl in Gangelt. Nach dem Aufbruch eines Firmenwagens hatte er dort nicht nur ein Portemonnaie mit Bargeld, sondern auch eine Kreditkarte gefunden und zu seinem Glück in der Geldbörse auch noch die PIN-Nummer entdeckt.

Eine gewisse Enthemmung durch den Drogenkonsum verleitete den Angeklagten wohl auch dazu, mit einem Audi, den er in Geilenkirchen für sich entdeckt hatte, mal eben rüber nach Hückelhoven zu einer Spielhalle zu fahren. Angeklagter: „Der Audi stand da in Geilenkirchen.“

Richterin: „Und da dachten Sie, fahren wir einfach mal.“ Die Straftaten, deren große Anzahl auch durch das mehrmalige Abheben beziehungsweise versuchte Abheben von Geld oder das Aufladen von Prepaidkarten mittels bei Pkw-Aufbrüchen erbeuteter Kreditkarten zustande gekommen war, reduzierten sich um zwei Fälle.

Während der Angeklagte ansonsten alle von der Staatsanwaltschaft aufgeführten Taten einräumte, bestritt er, im Dezember bei einem Supermarkt in Gangelt aus einem Pkw eine Handtasche mit Hausschlüssel geklaut zu haben. Mit dem Hauschlüssel war kurz darauf in die Wohnung der Bestohlenen eingebrochen worden.

Die Ermittlungen hatten zum Angeklagten geführt, da Dokumente aus einem anderen Einbruch, der dem Angeklagten zugeschrieben werden konnte, zusammen mit der Handtasche in einem Karton aufgetaucht waren. Das Gericht sprach den Angeklagten von diesem Tatvorwurf frei, da es sich auch um eine Ermittlungspanne handeln konnte und die Dokumente irrtümlich dem Angeklagten zugeordnet worden waren.

(defi)
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