Erkelenz: Geplante Diskothek: Belästigung oder Bereicherung?

Erkelenz : Geplante Diskothek: Belästigung oder Bereicherung?

Die geplante Diskothek an der Neußer Straße hinter dem Bahnhof nimmt langsam Gestalt an, zumindest in Form einer animierten Präsentation, die bei der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung im Rathaus von den Investoren vorgestellt wurde.

Ein entsprechender Bauantrag ist zwischenzeitlich gestellt worden. Die Auditorium Event Location erläuterte, was mit dem Bau der Diskothek zu erwarten sei. Das Gebäude neben dem Parkdeck erstreckt sich über zwei Etagen und hat rund rund 800 Quadratmeter. Der angrenzende Parkplatz soll mit einer Schallschutzmauer in Richtung der gegenüber liegenden Häuser versehen werden und lasse sich durch ein Tor abriegeln. Der Zugang zum Gebäude werde über den Parkplatz geleitet, wodurch eine störende Geräuschentwicklung verhindert werden soll.

Für die Verwaltung erklärte der Beigeordnete Dr. Hans-Heiner Gotzen, eine Baugenehmigung müsse erteilt werden, solange öffentlich-rechtliche Belange nicht tangiert würden. Er betonte, dass bei der Prüfung auch der Aspekt der Ruhestörung und andere Einflüsse auf die direkte Umwelt berücksichtigt würden. Uneinig waren sich die Diskussionsteilnehmer darüber, ob die hauseigenen Parkplätze ausreichen würden. Die Gegner des Bauvorhabens vermuten schon seit längerem, dass der Standort gerade wegen seiner Nähe zum Parkdeck am Bahnhof ausgewählt worden sei. Denn dort befinden sich Parkplätze in ausreichender Zahl. Problematisch sei jedoch, dass das Parkdeck mit Landesfördermitteln gebaut wurde und sich daher eine kommerziell ausgerichtete Nutzung verbiete.

Darauf wies die Bürgerpartei hin, die den Standort für die geplante Diskothek rundweg ablehnt. CDU-Ratsherr Klaus-Josef Steingießer sprach hingegen von einer „Bereicherung für Erkelenz”. Ferdinand Kehren von der SPD verwies darauf, dass der Ausschuss nicht die Kompetenz habe, über den Antrag zu entscheiden. Eine eventuelle Belästigung der Anwohner durch Verkehrslärm sei zu prüfen. Beate Schirrmeister-Heinen von den Grünen, selbst Anwohnerin, begrüßte das Bauvorhaben ausdrücklich. Einfluss auf die Entscheidung über den Bauantrag haben die Ratsvertreter nicht. Die Verwaltung wird sie nach ihrer Entscheidung über den Bauantrag informieren.

Die Standortgegner sind nach der Sitzung nicht entmutigt. Natürlich werde man abwarten, wie es mit dem Bauantrag weitergeht. Die größte Belästigung befürchten die Anwohner durch an- und abfahrende Pkw. Momentan sei das Parkdeck auch ohne Disco schon Grund für ständigen Ärger, so der Anwohner Horst Caumanns. Daher werde nach der Entscheidung „auf jeden Fall” ein Anwalt eingeschaltet.