Gentechnik noch nicht im Regal

Gentechnik noch nicht im Regal

Kreis Heinsberg. Das Thema Gentechnik in der Landwirtschaft ist derzeit in aller Munde. Dass nicht unbedingt auch die Produkte dieser Technik in Supermarktregalen, auf den Esstischen und in den Mägen der Verbraucher zu finden sind, wollte Dr. Thomas Griese aufzeigen.

Der Aachener Grüne und Staatssekretär im Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW referierte bei der Mitgliederversammlung des Grünen Kreisverbandes Heinsberg zum Thema „Verbraucherschutz und Grüne Gentechnik” im Carolus-Magnus-Centrum (CMC).

Griese ging auf die Bedenken von Verbrauchern, Risiken der Technik sowie gesetzliche Bestimmungen ein. Gleich zu Beginn seiner einstündigen Ausführungen grenzte er die Grüne Gentechnik gegen die so genannte weiße, medizinische Gentechnik ab. „In die Umwelt entlassene, gentechnisch veränderte Organismen sind nicht rückholbar”, machte er die Endgültigkeit solcher Versuche deutlich.

Vor diesem Hintergrund zeigte der Staatssekretär die gesetzlichen Bestimmungen auf. So seien die Haftungen für einen Landwirt, der Gentechnik im freien Feld einsetze, so groß, dass das Ausbringen entsprechender Güter katastrophale rechtliche und damit auch finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen könne. In Europa sei Gentechnik auch schon aufgrund dieser rechtlichen Möglichkeiten, die einerseits den Schutz von Bio-Bauern, andererseits die Option, sich als Landwirte gegen den Einsatz von Gentechnik zusammenzuschließen, nicht interessant.

Die größten Verfechter von gentechnisch veränderten Methoden fänden sich in Amerika. So seien 63 Prozent der weltweiten Gesamtfläche des Genanbaus von 67 Millionen Hektar in den USA zu finden, danach folgen Argentinien und Brasilien. Zwar sei der Erprobungsanbau in Deutschland angelaufen, 29 Betriebe hätten auf 300 Hektar gentechnisch veränderten Mais angebaut, doch mit Blick auf Lebensmittelkonzerne und Händler, die gentechnisch veränderte Lebensmittel laut Griese „gnadenlos auslisten”, sei ein wirtschaftlicher Effekt nicht zu erwarten. „Es ist noch nichts gegessen, es gibt noch zu viele nicht geklärte Fragen und Risiken”, schloss er.

Dennoch seien, auch EU-weit, schon wichtige Ziele wie die Kennzeichnungspflicht erreicht. Doch da die Grüne Gentechnik Grieses Ansicht nach keinerlei Vorteile für den Verbraucher berge, sei die Akzeptanz bei den Bürgern gleich null.