Genossenschaftsbanken sind zufrieden

Genossenschaftsbanken sind zufrieden

Kreis Heinsberg. Trotz eines Null-Wachstums in der Bilanzsumme zeigte sich Dr. Veit Luxem, der Sprecher der Volksbanken und Raiffeisenbanken im Kreis, am Freitag bei einem Pressegespräch im Hückelhovener Hotel am Park „sehr zufrieden” mit der Bilanz im schwierigen Bankenjahr 2003. Die addierte Bilanzsumme der zehn genossenschaftlichen Institute blieb mit 2,055 Milliarden Euro nur knapp unter Vorjahresniveau, während das betreute Kundenvolumen (samt Verbundgeschäft) auf 3,5 Milliarden Euro anwuchs. Auch die Ertragslage stellte sich als „zufrieden stellend” dar.

Bei den bilanzwirksamen Einlagen wurde ein Rückgang von 26Millionen Euro (oder 1,7 Prozent) verzeichnet.

Im Vermittlungsgeschäft von Wertpapieren und Fondsanteilen gab es hingegen einen Zuwachs von 58 Millionen Euro oder 12,6Prozent auf 516 Millionen Euro.

Diese Verlagerung der Geldanlagen ist die Erklärung dafür, dass zwar das betreute Kundenvolumen steigt, die Bilanzsumme jedoch nicht.

Diskussionen um die Zukunft der Eigenheimzulage, vor allem aber historisch niedrige Zinsen führten im Hypothekenkreditgeschäft zu einem Boom. Luxem: „Hier konnten wir 1263 Wohnbaufinanzierungen mit einem Volumen von 109 Millionen Euro abwickeln.”

Dennoch habe dieses Volumen nicht ausgereicht, um den Rückgang im Firmenkundenbereich aufzufangen, „so dass wir insgesamt bei den Ausleihungen einen Rückgang von 17 Millionen Euro auf 1,05 Milliarden Euro verzeichnen mussten.

Das Kreditvolumen bei Verbundpartnern wie DGHyp oder Münchener Hypothekenbank konnte um 30 Millionen auf 648 Millionen Euro gesteigert werden. Das Gesamtkreditvolumen beläuft sich somit auf 1,7 Milliarden Euro.

Luxem unterstrich die Rolle der Genossenschaftsbanken als „der klassische Partner der mittelständischen Wirtschaft”.

Im Dienstleistungsgeschäft wurden 2003 herausragende Ergebnisse erzielt. Bei Schwäbisch Hall wurden 5215neue Bausparverträge mit einer Bausparsumme von 130 Millionen Euro abgeschlossen; ein Wachstum von über 30 Prozent.

Bei R+V wurden wiederum fast 2000 Lebensversicherungsverträge mit einer bewerteten Versicherungssumme von 46 Millionen Euro registriert.

Mit 731 Mitarbeitern sind die Genossenschaftsbanken weiterhin einer der großen Anbieter heimischer Arbeitsplätze; 533 Kräfte standen in Vollzeit, 137 Mitarbeiter in Teilzeitarbeitsverhältnissen.

59 Ausbildungsplätzen sorgen für eine Auszubildendenquote von fast zehn Prozent. Fusionen sind „zurzeit nicht im Gespräch”, so Luxem.

Nach Schließung der Volksbank-Filiale in Erkelenz-Unterwestrich zum Jahreswechsel verfügen die Genossenschaftsbanken kreisweit über 64 Niederlassungen. Über Telefon- oder Online-Banking wird inzwischen bereits etwa 20 Prozent des Zahlungsverkehrs abgewickelt.

Im vergangenen Jahr spendeten die Banken 141.000 Euro an soziale, karitative und gemeinnützige Institutionen.