Niederzier: Gemeinde will hart gegen die „Mofa-Gang“ vorgehen

Niederzier : Gemeinde will hart gegen die „Mofa-Gang“ vorgehen

Bürgermeister Hermann Heuser spricht von „mutwilliger Zerstörungswut“: Seit Wochen treiben Jugendliche in der Gemeinde ihr Unwesen. Er bringt die sogenannte „Mofa-Gang“, eine Gruppe von 20 bis 30 Jugendlichen, mit einer ganzen Reihe von Straftaten in Verbindung.

Vor wenigen Tagen wurden Teile der Holzhütte auf dem Waldspielplatz im „Broisterd“ an der Tagebaurandstraße offenbar mit einer Axt demoliert. An der Grundschule in Niederzier wurden rund 150 Eier an die Fassade und auf Türen und Fenster geworfen, verbunden mit dem Schriftzug „Wir kommen wieder“.

Rund um das Bürgerhaus in Niederzier wurden Bäume beschädigt. Dazu häufen sich die Klagen aus der Bevölkerung, die sich über die herumpöbelnden Jugendlichen beschweren, die mit frisierten Rollern durch die Orte rasen, ohne auf andere Verkehrsteilnehmer zu achten.

„Wir werden das als Gemeinde nicht länger dulden“, kündigt Heuser nun ein hartes Vorgehen gegen die Jugendlichen an. Alle erzieherischen Bemühungen der Sozialpädagogen seien verpufft, weil oft nicht einmal die Eltern ein Unrechtsbewusstsein hätten.

In den drei aufgezeigten Fällen hat die Gemeinde daher Anzeige erstattet und im Fall der Grillhütte sogar eine Belohnung von 1000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Aufklärung der Tat führen. Ansprechpartner ist Wolfram Schiefer im Ordnungsamt der Gemeinde unter der Telefonnummer 02428/84101. Und weil die Gemeinde den Eindruck hat, dass etwaige Zeugen von den Jugendlichen eingeschüchtert wurden und aus Angst vor Repressalien bislang auf Aussagen verzichten, werden Hinweise auf Wunsch auch vertraulich behandelt, versichert der Bürgermeister. Dort, wo die Gemeinde Hausrecht hat, hat sie einzelnen Jugendlichen bereits Haus- und Platzverbote erteilt.

Und das Ordnungsamt wird weiter durchgreifen. Wer nach Unterrichtsende unbefugt auf den Schulgeländen angetroffen wird, muss umgehend mit einer Anzeige wegen Hausfriedensbruch rechnen, kündigt die Gemeinde an. Gleiches gilt für den nächtlichen Aufenthalt auf Spielplätzen zwischen 22 und 8 Uhr . Dabei weist die Gemeinde explizit darauf hin, dass auch minderjährige Jugendliche strafrechtlich verfolgt werden. Es drohen zudem Buß- und Zwangsgelder.

Mit Vertreten des Ordnungsamtes, des Jugendamtes und der Polizei, die bereits mehrfach in Niederzier im Einsatz war, will Bürgermeister Hermann Heuser zeitnah weitere Maßnahmen abstimmen. Denn schon jetzt treiben nicht nur Jugendliche aus der Gemeinde ihr Unwesen rund um Niederzier, auch Teenager aus anderen Kommunen wurden bereits angetroffen.

(ja)