Gangelt: Gemeinde Gangelt wird freie Grundschule nicht unterstützen

Gangelt : Gemeinde Gangelt wird freie Grundschule nicht unterstützen

Bürgermeister Bernhard Tholen (CDU) nimmt gegenüber der Amselschule eine zwar keineswegs ablehnende, aber doch betont distanzierte Position ein. „Ich akzeptiere das Vorhaben, werde es aber sicherlich nicht in besonders ausgeprägter Form unterstützen“, sagte der Verwaltungschef zu unserer Zeitung. Dies habe er den Initiatoren auch im Rahmen zweier „sehr netter“ Gespräche vermittelt.

Tholens Haltung hat damit zu tun, dass die Gemeinde Gangelt selbst über zwei Grundschulen verfügt: die Schule der Begegnung in Birgden und die Nikolausschule in Breberen. Beide Schulen böten ein „hervorragendes“ Angebot und seien mit „exzellenten“ Leiterinnen gesegnet, hielt Tholen fest. Zudem hat die Gemeinde in den vergangenen Jahren mehrere Millionen Euro in die Gebäude gesteckt, davon rund 500.000 Euro für den Brandschutz.

Keine Kopfschmerzen

Große Kopfschmerzen bereitet Tholen die Möglichkeit einer freien Grundschule in der Gemeinde aber nicht. Schule der Begegnung und Nikolausschule kommen jetzt schon auf zusammen rund 400 Schüler, in den kommenden Jahren rechnet man in der Verwaltung damit, dass die Zahl in Richtung 500 geht. Und zudem machen die angehenden Gründer der Amselschule ja explizit deutlich, dass es sich um eine Schule handeln soll, die Kindern aus dem ganzen Kreisgebiet offenstehen würde. Der Einzugsbereich fiele also viel größer aus als der der Grundschulen der Gemeinde, es lässt sich leicht ausrechnen, dass der Verlust an Schülern zumindest anfangs im marginalen Bereich bliebe.

Eher trocken liest sich auch eine Stellungnahme von Landrat Stephan Pusch (CDU): „Die Schule soll überregional aufgestellt werden und nicht als Konkurrenz zum bestehenden staatlichen Schulsystem fungieren“, stellte er fest. Zudem seien der Kreis und seine Kommunen als Schulträger „nur am Rande berührt“, das Verfahren laufe über die Bezirksregierung.

Nichtsdestoweniger hätten die Initiatoren das Projekt auch seinem zuständigen Fachamt vorgestellt, so Pusch, und sich bei dieser Gelegenheit „umfassend über die rechtlichen und tatsächlichen Anforderungen informiert“ gezeigt.

(jpm)
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