Heinsberg-Waldenrath: Gefühle wie Verzweiflung oder Wollust in Glas verewigt

Heinsberg-Waldenrath : Gefühle wie Verzweiflung oder Wollust in Glas verewigt

„Magie der Farben”, nennt Harry Smeets, der 1946 im niederländischen Schinveld geboren wurde und seit rund 30 Jahren in Gangelt lebt und arbeitet, selbst drei seiner Glasobjekte, die er im Rahmen einer Ausstellung in der Kapelle des Alten- und Pflegeheims St. Josef in Waldenrath präsentierte.

Zwei Tage plus Vernissage waren eigentlich viel zu kurz, um nicht nur geladenen Gästen, Bewohnern und Besuchern des Hauses, sondern auch Kunstinteressierten die Möglichkeit zu geben, die Kreativität und Ausdruckskraft des Künstlers zu erleben. Seit 22 Jahren beschäftigt sich Harry Smeets, der diplomierte Heilpädagoge, der über die Kunsttherapie selbst zum Künstler wurde, mit Glaskunst aber auch mit Bronze-Skulpturen, die ebenfalls in der Ausstellung zu sehen waren.

Marcel Ballas begrüßte als Gastgeber und Hausherr den Künstler sowie die zahlreichen Gäste, die zur Ausstellungseröffnung gekommen waren. Als einen Mann mit Herz habe er Harry Smeets vor rund sieben Jahren kennen gelernt. Man sei sehr stolz darauf, sein Kunstwerk zum Thema Pflege zu besitzen, hervorgegangen aus einem Wettbewerb, zu dem seinerzeit zwölf Künstler aufgefordert waren. Dass er und sein Mitarbeiter Volker Kratz den Künstler nun bewegen konnten, seine Arbeiten im Rahmen einer Ausstellung in der Kapelle des St. Josef Alten- und Pflegeheimes zu präsentieren, sei eine besondere Freude.

Nicht aus dem künstlerischen, sondern dem theologischen Blickwinkel beleuchtete der Gangelter Pfarrer Matthias Schoenen als Laudator die Kunst von Harry Smeets und stellte dabei wiederholt vergleichend einen Bezug zum Schriftsteller und Nobelpreisträger Hermann Hesse her. Der Mensch als Suchender und Wanderer, ja bestenfalls als Pilger auf dem Weg zu sich selbst - dieses Bild gelte auch für Harry Smeets, der seine poetischen Antworten auf die Fragen des Seins in Farben und Formen seiner Glaskunst und mit seinen Skulpturen gebe.

In seiner Glaskunst thematisiert Harry Smeets Emotionen wie Verzweiflung, Wollust oder Leben. Außerdem setzt er sich mit religiösen Themen auseinander, für die die Werke „Der Auferstandene” oder „Der Pilger” beispielhaft stehen. Daneben kreiert er aber auch ausschließlich Dekoratives wie Schalen in Gelb, Rot, Grau und Blau. Seine Bronzeskulpturen sind teilweise großen Künstlern gewidmet: die „Ode an Dali” oder „Ode an Picasso”.

Von seiner Freude am Schaffen, der Kunst als Ausdruck von Liebe und Leidenschaft, aber auch Mahnung, Trost, Hilfe und Stärkung sowie einem inneren Dialog sprach Harry Smeets abschließend. Er bedankte sich für die spontane Bereitschaft bei Pfarrer Schoenen zur Übernahme der Laudatio, aber auch bei Marcel Ballas und Volker Kratz für die Ausstellungsmöglichkeit. Ein weiterer Dank galt Karl Hamacher, der sich zu eigenen Liedern selbst auf der Gitarre begleitete und der Vernissage dadurch einen bemerkenswerten musikalischen Rahmen gab.