Heinsberg: Gedenken zum 9. November: Nicht für, sondern mit Juden beten

Heinsberg : Gedenken zum 9. November: Nicht für, sondern mit Juden beten

70 Jahre ist es nun schon her. Doch die Pogromnacht des 9. November 1938 - im Volksmund auch Kristallnacht genannt - bleibt den Menschen in Erinnerung.

Den Alten, weil sie die Gräuel vielleicht noch selbst miterlebt haben, den Jüngeren, weil sie schon in der Schule mit diesem schwarzen Tag der deutschen Geschichte immer wieder konfrontiert wurden. In Heinsberg soll an dem Jahrestag der Opfer des Nationalsozialismus diesmal auf besondere Weise gedacht werden.

Propst Günter Meis und sein evangelischer Kollege Pfarrer Sebastian Walde werden sich am Sonntag nicht nur in Gottesdiensten in der Christuskirche und St. Gangolf mit dem Thema auseinandersetzen. Auf dem alten jüdischen Friedhof im Bereich Klevchen/Erzbischof-Philipp-Straße wird zudem eine Gedenkfeier stattfinden, wie es sie bislang, so Meis, in Heinsberg noch nicht gegeben habe.

„Wir wollen erstmals nicht über oder nur für die Juden beten, sondern mit ihnen”, erläutert der Propst. Ein Vertreter der jüdischen Gemeinde in Mönchengladbach werde daher einen Einblick darin gewähren, wie jüdische Mitmenschen ihre Liebe zu den Verstorbenen ausdrücken.

ie Gottesdienste, die sich mit dem Thema Pogromnacht und Judenverfolgung befassen, beginnen um 10.15 Uhr in der evangelischen Christuskirche und um 11 Uhr in der Propsteikirche St. Gangolf. Danach begeben sich die Menschen in einer Art Prozession durch die Stadt zum alten Judenfriedhof, wo gegen 11.45 Uhr die Gedenkfeier unter jüdischer Beteiligung und mit jüdischen Akzenten beginnt.