Hückelhoven: Gebetsraum in Richtung Mekka

Hückelhoven : Gebetsraum in Richtung Mekka

Am Tag der offenen Moschee nutzten viele Hückelhovener die Gelegenheit, den islamischen Gemeinden vor Ort einen Besuch abzustatten. In der Moschee an der Hilfarther Straße wurden sie gerne empfangen.

Die dortige Gemeinde umfasst rund 250 zahlende Mitglieder, wie Schriftführer Recep Ilgin beim Gespräch erklärt. Die Mitglieder stammen aus Hückelhoven, Wassenberg, Erkelenz und anderen Ortschaften der Umgebung. Wichtig ist es im Islam, das Gebet in der Gemeinschaft zu begehen. Darüber hinaus hat es auch einen durchaus praktischen Aspekt, denn das Gebet in der Moschee wird gegenüber dem einzeln verrichteten Gebet später siebenundzwanzigfach bewertet.

Ein Grund mehr, um am geselligen Leben in der Gemeinde teilzunehmen. Von außen sieht das Gebäude recht schmucklos aus. Im Erdgeschoss findet sich eine gemütliche Teestube. Nachdem man sich am Treppenabsatz seiner Schuhe entledigt hat, geht es hinauf in den eigentlichen Moscheebereich. Dort geht man auf dicken Teppichen in den reich verzierten und geräumigen Gebetsraum. Über 200 Menschen können sich hier problemlos zum Gebet treffen.

Richtig voll, so Ilgin, sei der Raum aber meist nur zum Freitagsgebet und an Feiertagen. Zum Gebet in der Moschee gehören der Vorbeter und der Hodscha. Diese Religionsgelehrten werden bei der in Köln ansässigen Dachorganisation der türkisch-islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) in der Türkei ausgebildet und kommen für vier bis fünf Jahre nach Deutschland, um hier in den Gemeinden ihren Dienst zu tun. Politik spielt bei den Freitagsgebeten oder Predigten keine Rolle, wie der Vorsitzende Adem Onur betont.

Eine Beeinflussung der Gemeindemitglieder lehnt er ab. Die türkisch-islamische Gemeinde gehört zum Dachverband DITIB. Im kommenden Jahr feiert sie ihr 25-jähriges Bestehen. Vor dem Einzug an der Hilfarther Straße im Jahr 2001 lagen die provisorischen Gemeinderäume an der Fichtenstraße. Der Umbau des Gebäudes an der Hilfarther Straße wurde größtenteils in Eigenleistung bewältigt.

Mit den Gebetsräumen zeigt sich Ilgin schon wegen der Größe und fast idealen Ausrichtung sehr zufrieden. Denn die Gebete werden in Richtung Mekka gesprochen. Der Raum weist nur eine Abweichung von drei Grad auf, was „nahezu perfekt ist”. Die Frauen dürfen den prächtig verzierten Gebetsraum natürlich ebenso betreten wie die Männer. Das getrennte Beten habe einzig den religiösen Aspekt, dass man sich nicht ablenken lassen soll, wie Ilgin den Besuchern erklärte. Und Besuch kam den ganzen Tag über.

Väter, die ihren Kindern eine Moschee von innen zeigen wollten ebenso wie Freunde und Kollegen der Gemeindemitglieder und politische Vertreter. „Wir bemühen uns um Integration und die Teilhabe am sozialen Leben”, sagt Onur. Daher seien Aktionen wie der Tag der offenen Moschee wichtig für beide Seiten.