Wassenberg: Garten mit alten Obstsorten gehört wieder zu Wassenberg

Wassenberg : Garten mit alten Obstsorten gehört wieder zu Wassenberg

„Wir haben uns einvernehmlich getrennt“, sagt Bürgermeister Manfred Winkens. Das vier Hektar große Gelände an der Bundesstraße 221 zwischen Wassenberg und Wildenrath, auf dem seit 2009 durch die Naturschutzstation Haus Wildenrath ein Garten mit alten, vom Aussterben bedrohten Obstsorten des Rheinlandes aufgebaut wurde, ist wieder im Besitz der Stadt Wassenberg.

Der Erbpachtvertrag zwischen der Stadt Wassenberg und der Naturschutzstation Haus Wildenrath, ursprünglich angelegt auf eine Laufzeit von 30 Jahren, ist aufgelöst worden.

Das Projekt war von 2009 bis 2014 vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) mit 300.000 Euro unterstützt worden. Inzwischen hat die Naturschutzstation bis auf die Bäume und das Spalier aus dem Garten alles entfernt, was mit den Mitteln des Landschaftsverbandes angeschafft wurde: Bewässerungsanlage, Zäune, Verbissschutz.

Die offizielle Rückgabe des Geländes an die Stadt Wassenberg hat Mitte März stattgefunden. „Es ist sehr viel schief gelaufen“, so der Wassenberger Bürgermeister, „aber das ist Vergangenheit“. Denn jetzt geht es um die Zukunft des Gartens. „Ein neu gegründeter privater Förderverein unter der Leitung von Katharina Tumbrinck will sich ehrenamtlich um den Garten kümmern“, freut er sich über die neuen Perspektiven.

Katharina Tumbrinck hat bereits die Anlage des Gartens 2009 begleitet, damals war sie noch Mitarbeiterin der Naturschutzstation und wohnte im Haus Wildenrath. Sie weiß, dass die ehrenamtliche Arbeit im Garten eine große Aufgabe ist „und manches wird einfach etwas länger dauern“. Katharina Tumbrinck kennt den Garten genau.

Der Anzuchtgarten muss neu aufgebaut werden, etwa ein Drittel der Bäume habe einen Rindenschaden, viel Pflege werde nötig sein, hier und da werde sie korrigieren müssen. Und sie ist bereits zur Tat geschritten: „In den letzten zwei Wochen habe ich Bäume geschnitten.“ Die NABU-Stiftung Naturerbe NRW will 1500 Euro für die erforderliche neue Bewässerungsanlage zur Verfügung stellen, Naturschutzmittel vom Land und vom Kreis Heinsberg könnten die Pflege des vorhandenen Bestands auf ehrenamtlicher Basis sicherstellen.

„Aber noch sind das alles Absichtserklärungen“, stellt Manfred Winkens klar. Denn noch gibt es keinerlei vertragliche Basis. Sicher ist aber, dass die Stadt Wassenberg an ihrem bei der offiziellen Eröffnung 2012 formulierten Ziel festhält, den Obstsortengarten touristisch zu vermarkten. „Der Garten ist für uns von großer Bedeutung, ein Highlight in der Stadt Wassenberg“, daran lässt er keinen Zweifel. Auch wenn die Stadt Wassenberg den ursprünglichen Namen „Erster Rheinischer Obstsortengarten“ nicht verwenden darf, denn „den Namen hat die Naturschutzstation behalten.“

(mb)