Erkelenz: Ganz neue Seiten des alten Heinrich Heine

Erkelenz : Ganz neue Seiten des alten Heinrich Heine

Nach Rainer Maria Rilke und Friedrich Hölderlin widmet die Stimme deutscher Literatur, Oliver Steller, sein aktuelles Programm Schlage die Trommel und fürchte dich nicht, dem Dichter Heinrich Heine.

Mit einer Mischung aus musikalischer Umsetzung bekannter Heine-Verse, gekonnter Rezitation und biographischem Abriss des Lebens des Dichters begeistert der gebürtige Bonner zur Zeit sein Publikum quer durch die Republik. Jetzt trat er im ausverkauften Burgh-Keller des Cornelius-Burgh-Gymnasiums in Erkelenz auf. Mit dabei hat Steller verschiedene Gitarren und seine Stimme. Denn mehr braucht er auch nicht, um von Heines Leben zu erzählen und zu singen, von seiner Jugend, von seinen Reisen und von seinem Tod im Jahr 1856.

Dabei liest er nicht nur aus den Gedichten des Dichters vor, sondern verarbeitet Reiseberichte, Artikel und Briefe. Er zeigt dabei, dass sich hinter Heine mehr verbirgt als die berühmte „Loreley. Der Mensch „Harry” Heine steht dabei im Vordergrund mit allen Höhen und Tiefen, die ihm in seinem Leben widerfuhren. Die eigens für das Programm komponierten Lieder zu Heines Werken, die den biographischen und rezitatorischen Teil immer wieder auflockern und das Publikum zu berühren wissen, wie es der Dichter zu Lebzeiten nicht vermochte - wurden seine Werke doch früh verboten und über seinen Tod hinaus lange verkannt.

Natürlich konnte Steller in seinem knapp zweistündigem Programm das umfangreiche Vermächtnis Heines nur in Auszügen darstellen. Nach zweijähriger Recherche- und Vorbereitungsphase hatte Oliver Steller eigenen Angaben zufolge für fünf Stunden Material zusammengetragen, die es in ungekürzter Form in seinem aktuellen Buch zum Bühnenprogramm nachzulesen gibt. Insgesamt merkt man Steller die Begeisterung für den Dichter an, ist schnell von seiner einnehmenden Art zu rezitieren eingenommen und hat vielleicht auch das in oder andere über Heinrich Heine erfahren, was vorher unbekannt oder in Vergessenheit geraten war.