Gangelt-Kreuzrath: Gangelt ist auf dem besten Weg zur schuldenfreien Kommune

Gangelt-Kreuzrath : Gangelt ist auf dem besten Weg zur schuldenfreien Kommune

In der Aula der Alten Schule Kreuzrath konnten sich die Bürger selbst davon überzeugen, dass die Gemeinde Gangelt auf gutem Weg ist, 2015 schuldenfrei zu sein.

Alle Ratsfraktionen dankten Kämmerer Gerd Dahlmanns und seinem Team für die exzellente Arbeit beim Erstellen des Haushaltsentwurfs. „Mit diesem Haushalt legen wir die Grundlage, die Finanzen der Gemeinde Gangelt weiter zu sanieren”, so Karl-Heinz Milthaler, Fraktionsvorsitzender der CDU, in seiner Haushaltsrede.

Milthaler blickte auf die Pro-Kopf Verschuldung in der Gemeinde 2010 mit 175 Euro, Ende 2012 soll hier die Summe 113 Euro betragen. Noch kann die Gemeinde nicht von einem ausgeglichenen Haushalt reden, aber laut Zahlenwerk ist man auf bestem Weg dahin.

Die Erträge liegen bei 18,1 Millionen Euro, das ist ein Plus von 0,7 Prozent; die Aufwendungen belaufen sich auf 19,2 Millionen Euro, das ist ein Minus von 0,6 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr.

Alle Ratsfraktionen sahen in den Schlüsselzuwendungen das Maß aller Dinge. Vom Land kommen 3,5 Millionen Euro. Die Kreisumlage beträgt 6,2 Millionen, 1,3 Millionen Euro gehen an Transferaufwendungen weg. Dies sind vier Millionen Euro, die dem Gemeindehaushalt verloren gehen, und eine Besserung in Sachen Schlüsselzuweisungen scheint nicht in Sicht.

Bürgermeister Bernhard Tholen stellte das Zahlenwerk vor. Einen Stillstand wird es in Gangelt nicht geben. So sind weiterhin unter anderem Kanalbau- und Sanierungsmaßnahmen, Straßenausbau und Kindergartenerweiterungen geplant. Und Tholen hob hervor, dass die Vereine zur Lebensqualität in der Gemeinde beitragen und hier mehr als nur Kulturerbe sind.

Tholen erklärte weiterhin, dass man die derzeitigen Auszubildenden der Gemeindeverwaltung übernehmen werde. Rainer Mansel von der SPD-Fraktion lobte das Vorhaben, die derzeitigen Schulden der Gemeinde in Höhe von rund 1,9 Millionen Euro bis 2015 komplett zu tilgen.

Mansel dankte allen Parteien für ihr Festhalten am gemeinsamen Grundsatz zur Haushaltssanierung; er wertete parteiliche Hahnenkämpfe zwar als publikumswirksam, aber in der Sache als völlig fehl am Platze für eine verantwortungsvolle Gemeindepolitik. Die SPD sieht nach dem Wahlerfolg der Landes-SPD eine Stärkung der Kommunen, die Gangelter Sozialdemokraten erachten dennoch einen Sparkurs für die Gemeinde als unumgänglich.

René Stegemann von der FDP-Fraktion lobte, dass die Gemeinde in den vergangenen Jahren stets einen gesunden und vorbildlichen Haushalt vorweisen könne. „Wir waren sogar in der Lage, Rücklagen zu bilden, um bei Investitionen und Reparaturen die Haushaltskasse nicht belasten zu müssen”, so Stegemann.

Der Fraktionsvorsitzende wünschte sich am Rathaus eine Schuldenuhr, um auch in optischer Form der Verantwortung gegenüber dem Bürger nachzukommen. Die UB-Fraktion Gangelt zeigte sich glücklich, dass man in Gangelt keine Milliardenlöcher stopfen muss. Heinz Huben sieht das Land gemäß dem Grundgesetz in der Pflicht, für eine ausreichende Finanzausstattung zu sorgen.

Alle Fraktionen sahen die Chance, zur einzigen schuldenfreien Kommune im Kreis zu werden, als gut an.