Kreis Heinsberg: Fußball: Umstellungen in Rath-Anhoven, Verletztenmisere beim Junk-Team

Kreis Heinsberg : Fußball: Umstellungen in Rath-Anhoven, Verletztenmisere beim Junk-Team

Bei Viktoria Rath-Anhoven haben die Trainer Mario Schmitz und Andre Kreuels die Weichen auf die Rückkehr in die Kreisliga C gestellt. Das Team führt derzeit die Tabelle der Kreisliga D 1 an.

„Der Abstieg war schmerzlich“, blickt Mario Schmitz noch einmal zurück. Nach der Hinrunde der vergangenen Saison sah noch alles nach dem Verbleib in der C-Liga aus; die Viktoria war mit 22 Punkten Dritter.

„Im Winter gab es dann zwei Abgänge zu viel“, so Mario Schmitz. Hinzu gesellte sich noch ein verletzter Spieler. Die Partien, die in der ersten Serie noch gewonnen wurden, endeten in der Rückrunde mit einer Punkteteilung oder wurden verloren. So kamen nur noch neun Punkte hinzu, und am Ende stand der achte Platz zu Buche, der nicht mehr zum Klassenerhalt ausreichte. Nur ein Platz höher, und man wäre dringeblieben. „Wir sind zusammengeblieben“, wertete Mario Schmitz positiv, dass alle den Weg zurück mitmachen wollten. Und der Trainer ordnete die Trainingszeiten neu. Statt wie vorher dienstags und donnerstags über jeweils 90 Minuten wird bei der Viktoria nur noch einmal in der Woche trainiert — mittwochs von 19.30 bis 21.30 Uhr.

Beim zweimaligen Training hatte Schmitz an beiden Tagen sieben bis acht Spieler dabei; die eine Gruppe war nur bei der Dienstageinheit auf dem Platz, die andere am Donnerstag. Nur ein oder zwei Spieler nahmen beide Einheiten wahr. „Das war zum Scheitern verurteilt“, war Mario Schmitz sicher. Am Mittwoch hat er jetzt den gesamten Kader dabei. „Du kriegst was getan, es macht mehr Spaß“, hat der Trainer nur gute Erfahrungen gemacht. Und die Spieler hätten den Mittwoch als Trainingstag verinnerlicht. Wer damit nicht hinkommt, kann selbst aktiv werden, einmal in der Woche die Laufschuhe anziehen und acht Kilometer laufen. „Die bisherigen Spiele geben uns recht“, sieht Mario Schmitz die Umstellung positiv. Beim 6:2 gegen Immerath II hatte man ab der 70. Minute noch zulegen können.

„Die Spieler sind sehr motiviert“, hat der Trainer festgestellt. Und er macht auch kein Geheimnis daraus, dass es direkt wieder eine Klasse höher gehen soll. Da kommt es den Rath-Anhovenern auch gelegen, dass zwei Mannschaften aufsteigen werden. Mario Schmitz sieht den SV Venrath als etwas stärker an als sein Team. Wenn alle Spieler dabei wären, bescheinigt er seinem Team mittleres C-Liga-Niveau. Die größte „Baustelle“ bleibt für den Trainer die Torwart-Position. Als ein Torwart verletzt ausfiel und ein weiterer im Winter weggegangen war, hatte sich Eric Erdkamp zur Verfügung gestellt, der auch schon im Tor gespielt hatte. „Grundsolide“, bescheinigt ihm Mario Schmitz. Doch Eric Erdkamp ist beruflich mitunter unterwegs und Co-Trainer im Jugendbereich bei Alemannia Aachen, also nicht immer vor Ort. Mario Schmitz hofft auf den Aufstieg, der eine Euphorie im Dorf bewirken könnte.

Beim SV Süggerath-Tripsrath hat die erste Mannschaft in der Kreisliga B 3 den ersten Sieg eingefahren. Das 3:2 gegen die SG Gangelt-Hastenrath tat allen gut, denn die Situation ist nicht einfach. Trainer Wolfgang „Olli“ Junk beklagt sieben verletzte Spieler in seinem 16-Mann-Kader. Bänderrisse, Knieprobleme und zuletzt noch ein Schulterbruch führen zu langwierigen Ausfällen. Sechs Verletzte hatte der SV bereits in der Vorbereitung, beim 0:4 in Frelenberg brach sich der siebte die Schulter. „Einer war am Sonntag wieder da, dafür war ein anderer über Nacht krank geworden“, änderte sich an der Anzahl nichts. Das Team komplettieren Spieler aus der zweiten Mannschaft. Die Ersatzbank „besetzen“ sie ohnehin, zwei stehen auch in der Anfangsformation. Junk lobt denn auch den Zusammenhalt.

„Die Kameradschaft hält uns am Leben“, sagt er. Und auch der Vorstand leiste dazu hervorragende Arbeit. Junk muss an jedem Spieltag mit einer anderen Besetzung antreten. „Es fallen die aus, auf die ich gebaut habe“, trifft es den engagierten Trainer hart. So braucht er sich auch keine Gedanken über eine taktische Ausrichtung zu machen. Es geht nur über die Defensive und Konter. Ein Angreifer steht dabei oft allein auf weiter Flur. Gegen Gangelt-Hastenrath wurden die Konter verwertet; das funktionierte vorher seltener. „In Stahe-Niederbusch mussten wir nicht verlieren“, blickt Junk auf die Niederlage beim Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt zurück. Die verletzten Spieler haben auch Auswirkungen auf das Training.

Die zweite Einheit steht freitags an. „Wir haben fünf Studenten, die in Koblenz und Köln wohnen, hinzu kommen zwei Bundeswehrangehörige“, erklärt der Trainer. Nur am Freitag hat er seinen Kader zusammen. Da sich bis Weihnachten an der Personalsituation kaum etwas ändere, müsse man die Punkte gegen die unmittelbaren Konkurrenten holen. Neue Spieler kämen nur über Freundschaften und Bekanntschaften. Den Schwung des ersten Sieges möchte Junk auch mit ins Heimspiel gegen Teveren II nehmen. „Der Erfolg schweißt zusammen“, so der Trainer. Er selbst muss demnächst „unters Messer“; eine Knieoperation duldet keinen Aufschub. Und angesichts der sieben verletzungsbedingten Ausfälle hatten die Spieler schon zu ihrem Trainer gesagt: „Du bist der Achte.“