Kreis Heinsberg: Für Fische ist der Weg im Rothenbach nun frei

Kreis Heinsberg : Für Fische ist der Weg im Rothenbach nun frei

Die niederländische Waterschap Roer en Overmaas mit Sitz in Sittard hat die Fischpassage im Rothenbach bei Vlodrop offiziell in Betrieb genommen.

Der Bau der Fischpassage an der Gitstapper Mühle war in Zusammenarbeit von Waterschap Roer en Overmaas, Unterer Wasserbehörde beim Kreis Heinsberg und Wasserverband Eifel-Rur (WVER) entstanden. Der WVER hatte dazu Grunderwerb auf deutschem Gebiet vorgenommen, um der Waterschap das Fischtreppenprojekt an dem Grenzgewässer Rothenbach zu ermöglichen.

Jan Schrijen, Vorsitzender der Waterschap Roer en Overmaas, zeigt sich über die gute Zusammenarbeit über die Grenze hinweg sehr zufrieden: „Das ist ein gutes Beispiel für eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit, um dieses Bauprojekt an der Gitstapper Mühle zu verwirklichen. Ich bin sehr froh über die unkomplizierte Mitarbeit der deutschen Kollegen.”

Der Rothenbach ist ein Nebenflüsschen der Rur, an dessen Ufern seltene Tier- und Pflanzenarten vorkommen. Allerdings fehlten im Bach einige Tierarten, für die dieses Fließgewässer eigentlich prädestiniert war. Vor allem die kleinen Bachfischarten sind dort nicht zu finden, obwohl diese auch in der Rur vorkommen. Schließlich wurde festgestellt, dass der Weg für diese Tiere bachaufwärts versperrt war. Durch diese Maßnahme an der Gitstapper Mühle ist der Weg nun frei.

Zwei Wassermühlen, ein Sandfang sowie eine Staustufe verwehrten den Tieren das Wandern bachaufwärts im Rothenbach. Um diesen Zugang aus der Rur in den gesamten Verlauf des Rothenbachs zu ermöglichen, hat die Waterschap Roer en Overmaas alle Hindernisse ausgeräumt. Der Sandfang und die Staustufe wurden durch bauliche Maßnahmen erweitert, an der Vlodropper und der Gitstapper Mühle sind Fischtreppen entstanden. Gleichzeitig ist durch die Baumaßnahmen ein Stück begradigter Rothenbach zu einem natürlich mäandrierenden Flussbett umgebaut worden. Dadurch ist der Rothenbach größtenteils wieder ein natürlich verlaufendes Fließgewässer. In den kommenden Jahren sollen der Fischbestand des Rothenbachs und seine Entwicklung Gegenstand von Untersuchungen sein. Eine erste Untersuchung zeigt, dass im Unterlauf bereits erste Kleinfische den Weg in den Rothenbach gefunden haben.

Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 900.000 Euro. Ein Teil der Kosten wird aus Mitteln der Europäischen Union bestritten.