Selfkant-Isenbruch: Fünf Jahre im Eis und jetzt auf der Koppel

Selfkant-Isenbruch : Fünf Jahre im Eis und jetzt auf der Koppel

Nach fünf Jahren im „Eis” wurde jetzt ein putzmunteres Fohlen quasi zum Leben erweckt. Was klingt, als entspringe es einem Sience-Fiction-Roman, wurde in Isenbruch tatsächlich Wirklichkeit.

Auf Gut Schaesberg von Pferdedoktor Ben Horsmans erblickte vor zwei Wochen ein Fohlen Namens - wie sollte er auch anders heißen - J.B. Frozen, das Licht der Welt. Dieses junge Fohlen war vor fünf Jahren als Embryo in flüssigem Stickstoff bei minus 196 Grad in einem Strohhalm eingefroren worden. Vor ungefähr zwölf Monaten wurde der Embryo aufgetaut und einer Tragmutter eingepflanzt.

Dies höre sich vielleicht simpel an, doch es sei eine medizinisch-akribische Höchstleistung, zumal die Überlebenschancen der befruchteten Eizelle sehr gering seien, erklärt Horsmans. Je jünger die befruchtete Eizelle bei der Spülung der leiblichen Mutter sei, um so größer seien die Chancen, einen lebensfähigen Embryo erhalten zu können, der anschließend eingefroren werden könne. Doch die Suche nach den befruchteten Eizellen unter dem Mikroskop gestalte sich recht kompliziert.

„Falls man geeignete befruchtete Eizellen findet, werden diese in einem Stickstoffbehälter eingefroren. Jahre später ist die Prozedur des Auftauens und die anschließende Einpflanzung in die Tragmutter genau so kompliziert wie die Embryospülung bei der leiblichen Mutter.”

Die leibliche Mutter war bei der Embryospülung fast 20 Jahre alt. Es war ein englisches Vollblut und ein sehr wertvolles Pferd, denn es wurde fünfmal bei den niederländischen Meisterschaften im Vielseitigkeitsreiten eingesetzt und sogar dreimal bei den Europameisterschaften.

Pferdedoktor Ben Horsmans sieht sich nach diesem Experiment, was in Zusammenarbeit mit dem Animal Embryo Centre Maria Hoop (NL) zustande kam, weiteren medizinischen Herausforderungen gewachsen. Denn auch die unbefruchtete Eizelle könne in Zukunft wertvoll werden. Sterbe zum Beispiel urplötzlich eine wertvolle Stute auf der Koppel, so sollte es möglich, die Eizellen einzufrieren und vielleicht Jahre später mit Samen eines jungen Hengstes zu befruchten.