Kreis Heinsberg: Frauen wirken aktiv mit bei Lösung der Probleme

Kreis Heinsberg : Frauen wirken aktiv mit bei Lösung der Probleme

Große Konflikte mit dem Elternhaus, Arbeitslosigkeit und ungesicherte finanzielle Verhältnisse, psychische Probleme und Sucht, Trennung vom Lebenspartner aufgrund von Gewalterfahrungen.

Die Palette der Gründe war wieder breit gefächert, die im vergangenen Jahr dazu führten, dass sieben Frauen aus der Region in die Wohngruppe vom Arbeiterwohlfahrt-Kreisverband Heinsberg neu aufgenommen wurden.

Dort konnten die überwiegend 18- bis 25-Jährigen zusammen mit bereits vier dort lebenden Frauen neue Verhaltensweisen erlernen und stabilisieren, Hilfe bei der Bewältigung ihrer besonderen sozialen Schwierigkeiten und beim Aufbau einer eigenständigen Lebensführung erfahren. Wie die AWO-Frauenwohngruppe in ihrem Jahresbericht jetzt bilanzierte, wagten sechs der insgesamt elf Frauen mittlerweile wieder den Schritt in die Eigenständigkeit: Vier bezogen ein eigenes Zuhause, zwei andere Frauen zogen zu ihren Lebenspartnern.

„Je länger die Frauen bei uns in der Gruppe die Chance nutzen, sich sozial wieder zu integrieren und aktiv an der Bewältigung ihrer Probleme mitzuarbeiten, desto besser finden sie sich später auch alleine zurecht”, hat Diplom-Sozialpädagogin Gaby Gontrum, die Leiterin der Wohngruppe, aus Rückmeldungen früherer Wohngruppenmitglieder erfahren.

Die Verweildauer in der mit drei Zweibettzimmern, Wohn- und Esszimmer sowie Küche ausgestatteten Wohnung in Heinsberg an der Hochstraße 5 betrug 2008 zwischen fünf und 32 Monaten. Drei der sechs inzwischen Ausgezogenen lebten elf, 17 und 32 Monate in der Sicherheit der Gruppe, die drei anderen waren vier bis fünf Monate da.

Während dieser Zeit lernten die Frauen in Gruppengesprächen, offen über ihre Probleme zu sprechen, sich Kritik zu stellen und eine neue Wahrnehmung von Fremd- und Selbstbild zu erfahren. „Gemeinsam eingenommene Mahlzeiten, Freizeitgestaltung sowie die gemeinsame Instandhaltung der Wohngruppe geben den Frauen ein Stückchen Normalität zurück und lassen eine familiäre Atmosphäre entstehen”, erläutert Gaby Gontrum.

Neben der Gruppenarbeit kommen auch die Einzelgespräche nicht zu kurz. Da wird den Hilfesuchenden individuelle Beratung in Fragen der praktischen Lebensführung sowie bei allen Behördenangelegenheiten gegeben. Von der Schuldnerberatung bis zur Vermittlung von Spezialkliniken zum Beispiel bei Suchtproblematik reicht das Spektrum der Hilfsangebote.

Eine enge Kooperation mit Behörden und Institutionen ist dabei selbstverständlich. So konnten von den 41 Anfragen im Laufe des Jahres 34 Frauen an andere Hilfsstellen weitervermittelt beziehungsweise Lösungen für deren Probleme gefunden werden.

Aufgenommen in die Gruppe werden nach Angaben der Arbeiterwohlfahrt nur volljährige Frauen ohne Kinder, die aktiv an einer eigenen Lebensführung arbeiten wollen.