Hückelhoven-Ratheim: Frauen drücken die Schulbank

Hückelhoven-Ratheim : Frauen drücken die Schulbank

Um neun Uhr kommen sie in das Haus der Begegnung an der Danziger Straße, um freiwillig die Schulbank zu drücken.

Dabei lernen sie, wie man auf deutsch den Bruder des Ehepartners nennt, den Umgang mit Personalpronomen und welche Ursprünge Feste wie Ostern und Weihnachten haben.

Die Schülerinnen sind erwachsen und wohnen teilweise schon seit Jahren in Ratheim. Mit der Teilnahme an dem Unterricht wollen sie lernen, sich besser mit ihren Nachbarn und Mitmenschen zu verständigen und sich mitzuteilen.

Zwanzig Frauen aus Ratheim besuchen derzeit den Integrationskurs, den der Hückelhovener Ortsverein von „Lernen Fördern” speziell für sie anbietet. Aus sechs Nationen stammen sie, wobei die Zahl der Türkinnen überwiegt, wie Kursleiterin Angelika Teschner erläutert.

Die Teilnahme an dem Kurs ist freiwillig und sehr günstig. Nur einen Euro müssen die Frauen pro Unterrichtsstunde bezahlen. Das Bildungsangebot entspricht den Vorgaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlingsfragen (BAMF), seine Teilnahme wird als Voraussetzung für die Einbürgerung anerkannt.

Durch die Kinder konnten die meisten der Kursteilnehmerinnen erst angesprochen werden, betont Gabi Sofka aus dem benachbarten katholischen Kindergarten. Denn im Gegensatz zu ihren Eltern stelle das Erlernen der deutschen Sprache für die meisten Kinder kein Problem dar.