Waldfeucht-Braunsrath: Frauen bei Sternwallfahrt im Gebet vereint

Waldfeucht-Braunsrath : Frauen bei Sternwallfahrt im Gebet vereint

„Kinder sind uns anvertraut — Mütter beten.“ So war in diesem Jahr die Sternwallfahrt der Frauen aus der GdG Heinsberg-Waldfeucht zum Kloster Maria Lind in Braunsrath überschrieben.

Schon weit vor Beginn der heiligen Messe mit Pfarrvikar René Mertens hatte sich die Kirche auch in diesem Jahr wieder komplett mit Frauen gefüllt, die bis zum Beginn der von der Frauengemeinschaft Waldenrath gestalteten Messe den Rosenkranz beteten. Bei gutem Wetter waren viele von ihnen mit dem Rad nach Braunsrath gepilgert.

„Mütter und Väter sind wir, solange wir leben“, erklärte Margret Scheeren in ihrer Einführung. Irgendwann sei jedoch loslassen angesagt mit all seinen Variationen: „lassen, gehen lassen, gelassen sein.“ Auch Maria sei eine Mutter geblieben, „die ihren Sohn über alles liebte, die ihn bisweilen aber auch nicht mehr verstehen konnte und der es — wie allen Müttern — schwer fiel, ihr Kind loszulassen und freizugeben für sein eigenes Leben“.

Um das Thema der Verbindung zwischen Mutter und Kind bildlich darzustellen, hatten die Waldenrather Frauen Klammern und Papier mitgebracht: mit Heftklammern getackerte Blätter als Sinnbild für das Kind im Mutterleib, mit einer Büroklammer gehaltene Blätter für das Kind, das schon losgelassen wird, um in den Kindergarten zu gehen. Schließlich die Wäscheklammer für das Kind, das schon eigene Wege geht.

„Viele Eltern werden mit der Tatsache konfrontiert, dass ihre Kinder den Religionsunterricht ablehnen oder später aus der Kirche austreten“, so Margret Scheeren. Geplante Wege würden abgebrochen. „Umgang mit Freunden, die uns nicht gefallen, manchmal sogar ernste Probleme wie Sucht und Gewalt, fordern all unsere Gelassenheit, Liebe und Vertrauen auf Gott.“ Kinder würden sich ihre eigene Zukunft aufbauen, „die uns manchmal mit Stolz erfüllt, manchmal mit Sorgen“.

Als Lesung hatte Margret Scheeren den Frauen unter dem Titel „Abkoppeln von der Mutterlokomotive“ einen Dialog zwischen Mutter und Tochter beim Blumenpflanzen präsentiert. Wie schwer es auch Maria fiel, ihren Sohn loszulassen, ihn freizugeben für seinen eigenen Weg, zeigte das Lukasevangelium, das über den zwölfjährigen Jesus im Tempel berichtete (LK 2, 41-50).

Dem Zuspruch Gottes öffnen

„Jeder von uns geht seinen Weg einzigartig und einmalig“, betonte Mertens in seiner Predigt. „Einzige Voraussetzung ist, sich immer wieder dem Zuspruch Gottes zu öffnen. Haben wir Mut, haben wir Vertrauen!“

Neben den Waldenrather Frauen engagierten sich die Braunsrather Frauen in der Bewirtung der Pilgerinnen. Der Erlös der Kollekte wird in diesem Jahr dem Förderkreis schwerkranke Kinder in der Region Aachen zugutekommen.