Kreis Heinsberg: Förderschulen: Der Kreis agiert als „Feuerwehr“

Kreis Heinsberg : Förderschulen: Der Kreis agiert als „Feuerwehr“

Der Kreis Heinsberg wird die Trägerschaft der Don-Bosco-Schule in Oberbruch und der Mercator-Schule in Gangelt als eine vereinte Förderschule bereits zum 1. August dieses Jahres übernehmen. Dafür hat sich am Donnerstagabend mit einem einstimmigen Votum der Schulausschusses des Kreises in einer Sondersitzung ausgesprochen.

Offen blieb die Entscheidung darüber, wo zukünftig der Hauptstandort und der Teilstandort sein werden. Die angedachte Trägerschaft für eine neue Förderschule im Südkreis in Form eines Zweckverbandes war gescheitert, weil sich die Kommunen nicht auf eine einvernehmliche Lösung zur Finanzierung einigen konnten.

Der Kreis signalisierte daraufhin die Bereitschaft zur Übernahme, hoffte aber erst einmal auf eine Ausnahmegenehmigung für 2015/2016: Die beiden Schulen sollten in der bestehenden Form noch weitergeführt werden, obwohl die in einer Verordnung geforderte Mindestgröße von 144 Schülern nicht mehr erreicht wird.

Doch die Bezirksregierung sagte Nein. So übernimmt der Kreis nun eine „Feuerwehr-Funktion“, wie Dezernent Philipp Schneider im Schulausschuss formulierte. Der Kreis übernimmt die Trägerschaft der beiden Schulen — als eine Schule mit zwei Standorten — schon in diesem Sommer und nicht erst 2016.

Die neue Schule wird um die Förderschwerpunkte „Emotionale und soziale Förderung“ sowie „Sprache“ erweitert, weil Janusz-Korczak-Schule und Gebrüder-Grimm-Schule nach einem Kreistagsbeschluss vom Dezember auslaufen.

Die Verwaltung soll mit den beiden Förderschulzweckverbänden von Don-Bosco-Schule und Mercator-Schule Gespräche aufnehmen, um zu erreichen, dass 2015/2016 erst einmal alles unverändert fortgeführt werden kann. Später soll dann eine Finanzierung der neuen Förderschule (wie immer sie heißen mag) über eine differenzierte Kreisumlage erfolgen — wie beim Kreisgymnasium, also nach den Schülerzahlen aus den einzelnen Kommunen.

Was die Frage nach Haupt- und Teilstandort angeht, hatte die Kreisverwaltung einen Beschlussvorschlag vorgelegt: Don-Bosco-Schule in Oberbruch als Hauptstandort und Mercator-Schule in Gangelt als Dependance. In Oberbruch gibt es aktuell 109 Schüler, in Gangelt 106. Sollte einer der beiden Standorte der neuen vereinten Schule unter die Marke von 72 fallen, so würde automatisch nur ein gemeinsamer Standort übrig bleiben.

Und da würde aus Sicht der Verwaltung Oberbruch das größere räumliche Potenzial im Vergleich mit Gangelt bieten, hieß es. Andererseits: In Oberbruch gibt es in diesem Jahr drei Anmeldungen und 31 Entlassungen, in Gangelt hingegen 24 Anmeldungen und 19 Entlassungen. Deshalb wollen die Kommunalpolitiker diese Frage nun doch erst einmal in Ruhe beraten. Spätestens am 25. Juni im Kreistag muss diese Entscheidung fallen.

(disch)