Aachen: Förderpreis: Im Alltag Flagge gegen Fremdenfeindlichkeit zeigen

Aachen : Förderpreis: Im Alltag Flagge gegen Fremdenfeindlichkeit zeigen

Rechtsextreme Gruppen machen in der Region immer wieder auf sich aufmerksam. Für Politik und Verwaltung der Städteregion ist wichtig, dass es Einrichtungen gibt, die sich gegen rechtsextreme Tendenzen einsetzen oder dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche zu toleranten, offenen Menschen erzogen werden.

Städteregionsrat Helmut Etschenberg zeichnete jetzt Einrichtungen aus, die sich gegen Rechtsextremismus und Fremdenhass engagieren. Der Förderpreis „Miteinander in der Städteregion Aachen - gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit” wurde an vier Projekte und - erstmals - eine Einrichtung der Städteregion vergeben.

Ausgezeichnet wurde das Evangelische Familienzentrum Setterich „Aktion Engel-Haus”. Die Kindertageseinrichtung wurde für ihren Schwerpunkt „Integration im täglichen Miteinander” ausgezeichnet. So feiern die Erzieher mit den Kindern auch muslimische Feste oder fördern die Sprachfähigkeiten der Kleinen. Zudem ist es im „Aktion Engel-Haus” Brauch, dass sich die Eltern, wenn sie ihr Kind morgens bringen, an einen Tisch setzen, um sich auszutauschen.

Auch das Familienzentrum „Pusteblume” des Deutschen Roten Kreuzes in Baesweiler wurde ausgezeichnet. Die „Pusteblume” bietet Freizeitangebote für Eltern und Kinder an. Im Projekt „Europa” lernen die Kinder die Lebensweisen, Sitten und Gebräuche in anderen Ländern kennen. Beide Kitas fördern mit ihrer interkulturellen Arbeit die Toleranz gegenüber fremden Kulturen.

Während die Kitas mit ihrer Arbeit versuchen, die gesellschaftliche Zukunft mitzugestalten, steht beim Arbeitskreis „Kein Vergessen” aus Würselen die Vergangenheit im Fokus. Seit 2006 leistet der Verein Aufklärungsarbeit über den Nationalsozialismus. Die Mitglieder informieren beispielsweise ehrenamtlich über die Juden, die während des NS-Regimes in Würselen lebten. Vor den letzten Wohnhäusern der Juden brachten sie Stolpersteine an, die an die verfolgten Bewohner erinnern. Auch Führungen mit Schulklassen organisiert der Arbeitskreis.

Rechtsextremismus ist gerade für Jugendliche in Stolberg ein sehr präsentes Thema. Daher würdigte die Jury die Arbeit des „Jump”-Jugendcafés, das sich als interkultureller Treffpunkt etabliert hat. Im Rahmen des vielfältigen Jugendmigrationsprojektes „Jump” engagieren sich zahlreiche Jugendliche gegen Rassismus. So beteiligen sie sich an Anti-Nazi-Demos. Zudem bietet das „Jump”-Projekt Streitschlichterseminare sowie Anti-Rassismus- und Anti-Gewalttrainings an.

Der Förderpreis „Miteinander” ist mit 2000 Euro dotiert, so dass jede Einrichtung 500 Euro erhielt. Städteregionsrat Etschenberg stellte heraus, dass die Arbeit der Einrichtungen notwendig sei: „Wir wünschen uns zwar, dass dieses Engagement überflüssig ist, die Aktivitäten der rechten Szene zeigen uns aber, dass es nötig ist, sich aktiv einzubringen.”

Ziel der Städteregion ist es, dabei mit gutem Beispiel voran zu gehen. Um alle Beschäftigten zu ermutigen, sich gegen Ausgrenzung einzusetzen, wurde erstmals verwaltungsintern die integrationsfreundlichste Einrichtung ausgezeichnet. „Wir meinen es ernst damit. Das Thema wird auch für uns als Verwaltung immer wichtiger”, betonte Etschenberg.

Auch dabei fiel die Wahl auf die Kita „Trauminsel” der Städteregion in Baesweiler. Diese wurde für ihre „einfühlsame Grundhaltung” im Umgang mit dem Nachwuchs ausgezeichnet. Die Erzieher hätten das Ziel, alle Kulturen zu einer funktionierenden Gesellschaft zusammenzufügen.