Erkelenz: „Finale furioso” für die Theatersaison

Erkelenz : „Finale furioso” für die Theatersaison

„Finale furioso”, so lässt sich der Abschluss der Theatersaison in Erkelenz beschreiben, die mit der Natural Theatre Company aus Bath einen Höhepunkt erlebte.

Unter dem Titel „Scarlatti in Paradise” brannten die englischen Komödianten ein selten gesehenes und gehörtes Feuerwerk aus Musik, Comedy und Show ab.

Ein Blick ins Programmheft zeigt, worum es vielleicht gehen mag: um die großen Musiker Bach, Farinelli, Händel, Paganini und Scarlatti.

Aber das ist nur die vordergründige Oberfläche und Aufhänger für unzählige musikalische, komödiantische und wortwitzige Szenen, Bilder, Auftritte und eine groteske Komik, die wohl nur englischem Humor möglich ist.

Eine Handlung im eigentlichen Sinne gibt es nicht, es sei denn, man will die Begebenheiten um den eingebildeten Scarlatti und seine Auseinandersetzungen mit den großen Kollegen als solche begreifen.

Stattdessen sorgt eine Fülle von musikalischen Zitaten auch klassischer Ohrwürmer, zu denen dann auch mal die Matthäuspassion gehört, was wiederum bei manchen über tolerierbaren Humor hinausgeht, für einen steten Pegel vergnüglichen Schmunzelns bei den Zuhörern.

Nimmt man noch die entzückenden Kostümierungen hinzu bis zu den in hautfarbene Trikots gewandeten Engeln und Teufeln, das himmlische und höllische Bühnenbild und etwa den Auftritt der drei Tenöre, die anzuhören für Scarlatti als Strafe des Satans gilt, so ergab sich ein Gesamtkunstwerk, das zu übertreffen kaum möglich scheint.

Geschrieben haben „Scarlatti in Paradise” Ralph Oswick und Christopher Dickins, die auch als Farinelli und Scarlatti brillierten; für die Musik verantwortlich war ebenfalls Christopher Dickins - und bei beidem wirkte das gesamte Ensemble mit, zu dem noch John A. Sampson (Bach), Ben Livingstone (Händel) und Rab Handley (Paganini) gehörten; allesamt exzellente Musiker auf vielen Instrumenten und auch stimmlich von bemerkenswerter Meisterschaft.

Eine Viertelstunde Beifall, unterbrochen von musikalischen Kabinettstückchen als Zugaben, bewies, dass das Publikum mit der Aufführung außerordentlich zufrieden war.