Selfkant-Süsterseel: Fiegen attackiert, Corsten pariert beim FDP-Parteitag

Selfkant-Süsterseel : Fiegen attackiert, Corsten pariert beim FDP-Parteitag

In der Wehrer Bahn in Selfkant-Süsterseel trafen sich die Selfkant-Liberalen zum Ortsparteitag und stellten die Weichen für die kommenden Jahre.

Zu Beginn des Parteitages lobte Bürgermeister Herbert Corsten (CDU) die Arbeit der Liberalen im Selfkant. Er sah in der Partei besonders mit Heinz Fiegen den „Liberalen” schlechthin.

„Jede Partei würde sich glücklich schätzen, so ein Urgestein in den eigenen Reihen zu haben. Du bist von vielen gefürchtet, du gehst deinen Kampf zum Wohle des Bürgers bis zum bitteren Ende. Du bist ein unermüdlicher Antreiber, hin und wieder aber auch ein Quertreiber”, lobte der Bürgermeister den Fraktionsvorsitzenden.

Dieser packte dann im Rechenschaftsbericht manch brisantes Thema an, was den Bürgermeister schmunzeln ließ und ihn gleichsam zu einer Stellungnahme herausforderte. Fiegen befasste sich unter anderem mit dem Erweiterungsbau des Rathauses, der Erschließungsgebühr am Engelenweg (Fiegen sah hier diese bereits 1971 entrichtet), ein versehentliches Gutachten zur Bodenanalyse für den Ausweichsportplatz Süsterseel und fehlende Bürgerinformationen für die niederländischen Bürger im Selfkant.

„Nur über die angesprochene Sache Sportplatz kann man streiten, die Sache Engelenweg ist nicht richtig”, so der Bürgermeister. Zudem teilte er mit, dass in Schulen schon „Niederländisch” angeboten werde. „Im Bereich Euromosa (übergreifende Zusammenarbeit der Grenzgemeinden Selfkant/Sittard/Echt-Susteren/Masseik) ist ein gemeinsamer Schulkörper und Abschluss in allen drei Ländern im Gespräch. Dies ist ein weiter Weg, den wir gemeinsam gehen möchten”, so Corsten.

Andreas Rademachers als Vorsitzender der Selfkant-Liberalen hatte im Vorfeld sein Amt niedergelegt. Aufgrund von Auslandssemestern sah er den Selfkant offenbar nur selten. Seine Parteifreunde wünschten sich jedoch einen Vorsitzenden, der vor Ort und Ansprechpartner ist. Diesen Wunsch konnte Rademachers derzeit nicht erfüllen. Als neuer Vorsitzender wurde daher der Isenbrucher Karl Busch gewählt. Und Busch stellte gleich die Weichen für die Zukunft.

„Wenn man zur letzten Kommunalwahl schaut, dann fehlten nur wenige Stimmen, um zweitstärkste Partei im Selfkant zu werden. Die erreichten 18 können wir noch ausbauen, wenn wir weiterhin als Team auftreten. Wir brauchen keinen Star, unser Star ist das Team”, so Busch. „Unter meinem Vorsitz wird es keine Angriffe gegen politische Gegner unterhalb der Gürtellinie geben, dafür stehe ich mit meinen Namen”, sprach Busch klare Worte. „Besonders die kommenden Kommunalwahlen werden eine Herausforderung”, möchte Busch seine Partei gleich zur zweistärksten Kraft im Selfkant-Rat hinter der CDU machen.

Im Januar sollen die Weichen mit den Personalentscheidungen für die Wahl gestellt werden. Ob man einen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufbietet, dies soll dann entschieden werden. Am 11. Januar 2009 startet die Selfkant-FDP in der Wehrer Bahn ins Wahljahr, dann findet der Neujahrsempfang statt. Auch für 2009 sind hochkarätige Gastredner im Gespräch.