Heinsberg: Fieberhafte Suche nach Leiche im Baggersee

Heinsberg : Fieberhafte Suche nach Leiche im Baggersee

Ein grausiger Zwischenfall führte Donnerstag am späten Vormittag am Baggersee in Heinsberg zu einer intensiven Suche nach einer toten Person. Bis zum Abend konnte sie jedoch noch nicht geborgen werden.

Nach Aussagen von Hilfskräften, die in großer Zahl vor Ort waren, soll ein etwa zwölfjähriger Junge, der mit seinem Surfbrett auf dem See unterwegs und dabei ins Wasser gefallen oder gesprungen war, beim Wiederauftauchen gegen eine Leiche gestoßen sein.

Das entsetzte Kind konnte den Rettern, die sofort benachrichtigt wurden und schnell zur Stelle waren, nicht sagen, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelte und ob die Person jünger oder älter, bekleidet oder unbekleidet war.

Polizei, Notarzt, Rettungskräfte, Feuerwehrleute und Taucher bemühten sich in einem mehrstündigen Einsatz, die Leiche zu bergen.

Helfer zogen dem Jungen eine Schwimmweste an und fuhren mit ihm in einem Gummiboot zu der Stelle, wo der Vorfall sich ereignet hatte.

Möglicherweise durch Strömung im See war der leblose Körper indes weiter weggetrieben worden. Von der Wasseroberfläche aus war jedenfalls nichts zu erkennen. Ein Polizeihubschrauber, offenbar mit Infrarot-Wärmebild-Kamera ausgestattet, drehte etwa eine Stunde lang unablässig seine Runden über dem Baggersee.

Am Ende hatte man eine in Frage kommende Stelle durch eine Art Boje markiert. Aber auch drei Tauchern in Schutzanzügen gelang es nicht, die Leiche zu finden und zu bergen.

Am Nachmittag fand eine Ablösung statt: Erwartet wurde eine Tauchergruppe aus dem Bereich Viersen/Nettetal, die mit aufwändigerem Gerät - die Rede war von einer Art Netz - versuchen sollte, die tote Person aus dem Wasser zu holen.

Das Hubschraubergeknatter und der Großeinsatz an Personen und Gerät hatten eine Menge Schaulustiger, aber auch die Bewohner der idyllisch gelagenen Häuschen am See, der im Volksmund „Lago Laprello” heißt, an den Einsatzort gelockt.

Der Vorfall ereignete sich im südöstlichen Bereich des Sees. Das Gewässer liegt zwischen Heinsberg, Lieck und Kirchhoven und ist von einem Grüngürtel umgeben.

Eine evangelische Pastorin aus Hückelhoven war am „Lago” und stand dem geschockten Jungen bei.