Erkelenz-Granterath: Feuerwehrler verstehen sich über die Grenzen hinweg

Erkelenz-Granterath : Feuerwehrler verstehen sich über die Grenzen hinweg

„Das hat der Zufall gut getroffen”, lässt Goethe seinen Faust sagen. Die Feuerwehren von Granterath und St. James können dieses geflügelte Wort nur bestätigen.

Einem reinen Zufall verdanken die Löschgruppen nämlich eine inzwischen zehnjährige intensive Freundschaft, die jetzt mit dem Besuch einer neunköpf?gen Delegation aus Granterath in St. James groß gefeiert wurde.

Theo Meurer, der seit 1993 regelmäßig am offiziellen Austausch mit der französischen Partnerstadt von Erkelenz teilnimmt und inzwischen auch Organisator der Gruppe „Freunde der Partnerschaft” ist, lernte bei einem Besuch in St. James zufällig den Nachbarn seines Freundes Guy Lemenager kennen: Jacques Duhamel, wie Meurer damals stellvertretender Feuerwehrchef. Schnell war die Idee eines eigenen Austausches von Feuerwehrleuten geboren.

1998 war es dann zum ersten Mal so weit, in den folgenden Jahren gab es immer wieder Anlässe zu Treffen: Das große St.Barbara-Fest in St. James zum Beispiel, ein Feuerwehrcongress mit mehreren hundert Teilnehmern, das 100jährige Bestehen der Löschgruppe Granterath. Besonders freuen sich die Initiatoren, dass die Austauschtreffen bei Jugendfeuerwehrleuten auf großes Interesse stoßen.

Erst im vergangenen Jahr besuchten etwa 35 Jugendfeuerwehrleute aus dem gesamten Stadtgebiet die französischen Partner. Zum Auftakt des zehnjährigen Bestehens hatten die Franzosen ins Rathaus eingeladen.

Anne Marie Garnier, seit den Kommunalwahlen im Frühjahr zweite Bürgermeisterin von St. James, begrüßte die deutschen Gäste und eine große Abordnung der örtlichen Feuerwehr. Viel gelernt habe man in den zehn Jahren, vor allem über die unterschiedlichen Strukturen der Feuerwehren in Europas beiden größten Ländern, blickte Theo Meurer in seiner Ansprache zurück. Auch wenn zum Beispiel die Technik beider Organisationen längst nicht kompatibel sei und Europa hier erst noch zusammenwachsen muss, so sei das Zusammenwachsen der Menschen aber schon weiter gediehen.

„Wir haben eine tiefe und ehrliche Freundschaft entwickelt”, sagte der Granterather Löschgruppenführer und erntete viel Beifall auch von französischer Seite.

Nach dem obligatorischen Austausch von Erinnerungsgeschenken erlebten die deutschen Gäste zwei Tage wieder französische Gastfreundschaft par excellance: eine klassische Pilgerung zum Mont St. Michel bei wunderbarem Spätsommerwetter, die Besichtigung der imposanten Kathedrale auf dem 1300 Jahre alten Wahrzeichen der Normandie, Touren in die Kupfermetropole Villedieu les Poeles und die alte Hafenstadt Granville und der obligatorische Besuch des Soldatenfriedhofes, der an die traurige Vergangenheit auch der deutsch-französischen Beziehungen erinnert.

Auf der Heimfahrt war die Gestaltung des Gegenbesuches im nächsten Jahr eines der wichtigsten Themen unter den Granterather Feuerwehrleuten. So dürfte der Fortgang der Freundschaft gesichert sein