Kreis Heinsberg: Feuerwehr: Technische Hilfe immer wichtiger

Kreis Heinsberg : Feuerwehr: Technische Hilfe immer wichtiger

Eine wichtige Aufgabe der Feuerwehren ist das Retten von verunglückten Personen — zum Beispiel nach einem Verkehrsunfall. Dies stellt besondere Anforderungen an die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst. Die dazu notwendigen speziellen Kenntnisse zu Geräten und Einsatztaktiken werden auf dem Lehrgang „Technische Hilfeleistung“ vermittelt.

Schwerpunkte dieses Lehrgangs sind dabei rechtliche und physikalische Grundlagen, das Bewegen und Heben von Lasten sowie das Sichern bei Hoch- und Tiefbauunfällen. Besonderer Wert wird dabei auf die patientenorientierte technische Rettung aus Pkw und Lkw gelegt.

Die Mindestdauer dieses Lehrgangs liegt nach Anforderung des Landes NRW bei 35 Stunden. Aufgrund der hohen Gefahrenpotenziale legte der Kreis Heinsberg als Ausrichter des Lehrgangs jedoch höhere Anforderungen und somit eine längere Ausbildungsdauer fest.

Im zweiten Lehrgang dieses Jahres konnte Lehrgangsleiter Günter Paulzen 19 Teilnehmer aus dem gesamten Kreisgebiet begrüßen. An zwei Tagen pro Woche wurden die Einsatzkräfte in 52 Stunden theoretisch und praktisch auf dem Gelände des Bauhofs der Gemeinde Gangelt weitergebildet.

Eine besondere Herausforderung stellte die Abschlussprüfung dar, die von Kreisbrandmeister Klaus Bodden abgenommen wurde. Für die erste Gruppe bot sich ein komplexes Szenario: Ein Pkw war auf ein Containerfahrzeug aufgefahren und wurde unter einem Abfallcontainer eingeklemmt.

Dabei geriet das Auto in Brand. Für die Kräfte der ersten Prüfungsgruppe lag der Schwerpunkt zunächst auf der Bekämpfung des Pkw-Brandes, bevor die eigentliche Rettung beginnen konnte. Nachdem der Wagen gelöscht und die Fahrzeuge stabilisiert waren, gelang es der Gruppe, mit Hilfe von Rettungsschere und Spreizer den Patienten über das abgetrennte Autodach zu retten.

Die Übung für die zweite Gruppe war nicht minder schwierig: Nach einem Verkehrsunfall kippte ein Auto um und blieb auf der Seite liegen. Anschließend krachte ein weiteres Fahrzeug in den auf der Seite liegenden Pkw, wobei der Fahrer schwer im Beinbereich eingeklemmt wurde, so das Szenario. Auch hier wurden die Fahrzeuge zunächst stabilisiert, bevor die aufwendige Rettung eingeleitet werden konnte.

Kreisbrandmeister Klaus Bodden betonte in der Schlussbesprechung die Bedeutung des Technische-Hilfeleistung-Lehrgangs. Seit Jahren sind Löscheinsätze rückläufig, wohingegen die Anzahl von Einsätzen, bei denen technische Hilfe (TH) geleistet werden muss, stetig zunimmt.

Bodden betonte, dass bei TH-Einsätzen ein großes Improvisationstalent gefragt ist. Jede Einsatzstelle und jede Situation ist anders, oftmals ist es die große Kunst, nach alternativen Lösungen zu suchen, so der Kreisbrandmeister. Das Rüstzeug dazu haben die 19 Teilnehmer in diesem Lehrgang vermittelt bekommen. Einen besonderen Dank richtete der Kreisbrandmeister an das erfahrene Ausbilderteam.