Feuerwehr schließt Probleme nicht aus

Feuerwehr schließt Probleme nicht aus

Kreis Heinsberg. Den Trend, nach dem bundesweit in den vergangenen drei Jahren 40.000 Helfer verloren gingen, kann Kreisbrandmeister Karl-Heinz Prömper für die Heinsberger Region erfreulicherweise nicht bestätigen.

Mit rund 2200 Aktiven sei die Zahl in den letzten Jahren stabil geblieben. Der Vorsitzende des Feuerwehrverbandes in Nordrhein-Westfalen, Walter Jonas, beklagt insbesondere personelle Probleme tagsüber, da Arbeitgeber immer weniger Verständnis zeigen würden, wenn sich Mitarbeiter für Einsätze während der Arbeitszeit freistellen lassen wollten. Der Chef des Deuschen Feuerwehrverbandes, Hans-Peter Kröger, sieht gar „das flächendeckende Netz in Deutschland gefährdet”.

Wie Prömper bestätigt, sei dies auch im Kreis Heinsberg ein Problem, das die Feuerwehren vor Ort in zunehmendem Maße beschäftige. Mittlere und größere kreisangehörige Kommunen (mit mehr als 25.000 Einwohnern) müssten - so sehen es die Bestimmungen vor - eigentlich eine hauptamtlich besetzte Feuerwache (mit sechs Kräften rund um die Uhr) einrichten.

Allerdings könnten für Städte bis 100.000 Einwohner Ausnahmegenehmigungen erteilt werden, wenn der Feuerschutz gewährleistet sei.

Für alle betreffenden Kommunen im Kreis Heinsberg gebe es solche Ausnahmegenehmigungen. Die Gewährleistung des Brandschutzes werde dabei von der Bezirksregierung als Aufsichtsbehörde regelmäßig bei Alarmübungen überprüft.

Eine solche Überprüfung habe beispielsweise vor einigen Jahren in Hückelhoven zu Handlungsbedarf geführt, blickt Prömper zurück. Die Schließung der Zeche und die zunehmende Zahl von Auspendlern habe eben auch die Reihen der freiwilligen Feuerwehrleute, die tagsüber am Ort verfügbar sind, dezimiert.

Am Ende sei ein tragfähiger Kompromiss gefunden worden: Die Zahl der hauptamtlichen Kräfte, die in der Meldezentrale arbeiteten, sei von fünf auf zehn Beamte aufgestockt worden. Zudem sei der Dienstplan von Feuerwehrleuten, die hauptberuflich in der Stadtverwaltung oder beim Bauhof tätig sind, so abgestimmt worden, dass der Brandschutz auch von 7 bis 17 Uhr gewährleistet sei; in anderen Zeiten sei dies ohnehin kein Problem.

Gemeinsame Alarmpläne von Kommunen gebe es bereits, beispielsweise zwischen Erkelenz und Mönchengladbach oder zwischen Geilenkirchen und Hückelhoven. Allerdings mache dies nur für Einsätze in örtlichen Grenzlagen Sinn.

Denn binnen acht Minuten sollte die Wehr in Gruppenstärke am Einsatzort sein. Kooperationen zu vereinbaren, nur um Stärke auf dem Papier zu belegen, sei „Augenwischerei”, so der Kreisbrandmeister. So mache es auch keinen Sinn, wenn zum Beispiel die Städte Erkelenz und Hückelhoven eine gemeinsame Drehleiter anschaffen würden.

Situation verbessern

„Zufrieden stellend” ist nach Prömpers Einschätzung der Zustand des Feuerwehr-Fahrzeugparks im Kreis Heinsberg, zumal einige Kommunen in den vergangenen Jahren zum Teil massiv in Beschaffungen investiert hätten. Er bedauert jedoch, dass der Brandschutzbedarfsplan, der für Kommunen zur Pflicht werde, leider noch nicht in allen Städten und Gemeinden erstellt worden sei.

Bei der Frage, ob in seinem Gesamtfazit der Brandschutz im Kreis Heinsberg jederzeit gewährleistet sei, stockt Prömper und räumt dann ein: „Bei einer großen Schadenslage tagsüber könnte es in einigen Kommunen ein Problem geben.” Es müsse weiter daran gearbeitet werden, die Situation zu verbessern.

Die aktuellen Zahlen und Berichte über die Freiwillige Feuerwehr können Wolfgang Linkens, Stadtbrandmeister in Erkelenz, nicht beunruhigen. „Wir haben keine Personalprobleme in unseren Löschgruppen.” Und für die Zukunft sei durch die Jugendfeuerwehr auch für ausreichenden Nachwuchs gesorgt.

Ansatzweise habe es in Erkelenz einmal ein Personalproblem gegeben, räumt Linkens ein. „Wir haben es aber geschafft, durch die Zusammenlegung von Zügen und eine Umstrukturierung dieses Problem schon im Ansatz zu beheben.”

Der „Fuhrpark” sei den Anforderungen angemessen, meint Linkens. Erst vor wenigen Tagen wurde ein acht Jahre altes Löschfahrzeug der Berufsfeuerwehr Magdeburg für die Löschgruppe Kückhoven erworben.