Städtregion: FDP wählt Vorstand und beschwört Zusammenhalt in schwierigen Zeiten

Städtregion : FDP wählt Vorstand und beschwört Zusammenhalt in schwierigen Zeiten

Auf Bundesebene ist die FDP schwer angeschlagen, sowohl die Wähler als auch die Mitglieder laufen ihr in Scharen davon. Der Kreisverband Aachen-Land dagegen zeigt sich in diesen Zeiten relativ stabil.

Betrug der Mitgliederschwund bundesweit rund 7,5 Prozent, verzeichneten die Liberalen zwischen Baesweiler und Monschau nur einen Rückgang um 2,8 Prozent, das sind sieben Personen weniger als vor einem Jahr. 236 Mitglieder zählt die Partei vor Ort derzeit. 60 von ihnen wählten jetzt beim Kreisparteitag in Eschweiler einen neuen Vorstand. Parteichef bleibt Dr. Werner Pfeil, der bei vier Gegenstimmen im Amt bestätigt wurde.

„Sehr gut aufgestellt” ist die FDP laut Pfeil. Dies gelte sowohl für die Partei als auch für die Fraktion im Städteregionstag. In letzterem sei die FDP eine „unbequeme Opposition”, die sich mit zahlreichen Anträgen in die Politik einbringe. Die würden allerdings oft abgelehnt. Deshalb sei man dazu übergegangen, die Anträge teilweise auch in der Regio Aachen zu stellen, und da mit mehr Erfolg. „Wir haben ein eigenes Profil, wir arbeiten mit Teamgeist zusammen”, betonte Pfeil.

Auch die Zusammenarbeit mit den Parteifreunden in Aachen sei gut. Das Thema Fusion der beiden Kreisverbände, wie im Jahr 2009 mal angedacht, werde derzeit allerdings nicht weiter verfolgt. „Das müsste von beiderseitigem Willen getragen sein”, meinte Pfeil. Derzeit scheint der jedoch nicht vorhanden zu sein. Aber man könne ja auch so gut zusammenarbeiten. Dies gelte im Übrigen auch für die anderen Nachbarkreisverbände, betonte Pfel mit Blick auf die anstehende Neustrukturierung der Region Aachen.

Grundsatzprogramm lässt hoffen

Den Zusammenhalt der Liberalen in schwierigen Zeiten beschworen beim Kreisparteitag auch der Bezirksvorsitzende Ingo Wolf (MdL/Euskirchen), die zu Jahresbeginn vom Kreisverband Aachen nach Aachen-Land gewechselte Bundestagsabgeordnete Petra Müller, die nun in Herzogenrath wohnt, sowie Georg Helg (Aachen), Chef der FDP-Fraktion im Städteregionstag. Tenor: „Wir dürfen uns nicht aufgeben” (Müller).

Wolf und Helg setzen auf Bundesebene große Hoffnung in das neue Grundsatzprogramm, das verabschiedet werden soll. „Es ist ein großes Plädoyer dafür, wie arm unser Land würde, wenn eine solche Partei wie diese aus dem politischen Spektrum verschwinden würde”, erklärte Helg, der zudem mit Blick auf die Querelen um die Städteregion betonte, es müsse bald „zum Ausgleich zwischen Altkreis und Stadt Aachen kommen”. Und das sei auch gar nicht so schwierig: „Man muss es nur wollen.”