Kreis Heinsberg: FDP feiert Jubiläum mit Hauch von Karneval

Kreis Heinsberg : FDP feiert Jubiläum mit Hauch von Karneval

Zum Neujahrsempfang hatte der Kreisverband der Liberalen nach Erkelenz eingeladen. Gleichzeitig wurde daran erinnert, dass vor 60 Jahren im früheren Kreis Erkelenz ein FDP-Kreisverband gegründet worden war.

Den musikalischen Auftakt bestritten die Sänger von Liedertafel aus Holzweiler und Cäcilia Kückhoven. Zu den Gratulanten zählte auch der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen, der die Frage „Wie alt ist eine Partei mit 60 Jahren?” zum Anlass nahm, über den Sinn und Zweck des demokratischen Engagements zu sprechen. Demokratie fordere Menschen, die sich „nicht nur einsetzen, wenn sie selbst betroffen” seien, betonte er. Denn Demokratie funktioniere „von unten nach oben”.

Aus Hückelhoven war der stellvertretende Bürgermeister Dieter Geitner erschienen, der eine Geldspende überreichte, die er jedoch nicht als „Wahlkampfspende” missverstanden sehen wollte.

Neben Grußworten waren auch durchaus kämpferische Töne zu hören. Denn der Kreisvorsitzende der Jungen Liberalen, Andreas Rademachers, versuchte in einer Grundsatzrede eine Lanze für den Neoliberalismus zu brechen.

Der Begriff sei zu Unrecht in Verruf geraten, betonte er. Darüber hinaus forderte er die Partei auf, klare Konturen zu entwickeln. „Wer soll uns wählen, wenn man nicht weiß, was wir wollen”, lautete seine Botschaft.

Zu den Gästen beim Empfang in Erkelenz zählten neben Vertretern der kommunalen Politik auch der Vorsitzende der Düsseldorfer FDP-Landtagsfraktion, Dr.Gerhard Papke, und der Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen, Johannes Vogel.

Vogel forderte eine breite demokratische Front gegen die geplanten Online-Durchsuchungen und eine Hinwendung zu „jungen” Themen, da für die jungen Wähler Perspektiven geschaffen werden müssten.

Neben dem polarisierenden Wahlkampf des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch kritisierte er auch die Furcht vor der Globalisierung, die man vielmehr als neue Perspektive begreifen müsse.

Der Vorsitzende der Landtagsfraktion, Gerhard Papke, hob hervor, dass „Schwarz-Gelb gut für NRW” sei und verwies auf dabei auf positive Entwicklungen in den Themenfeldern Landeshaushalt, Arbeitslosenzahlen und Unterrichtsausfall. Darüber hinaus verteidigte er den Kurs der Subventionsstreichungen für nicht mehr zeitgemäße Industrien.

So habe die Förderung der Steinkohle in den letzten Jahren unter den Sozialdemokraten Milliarden Euro an Steuergeldern verschlungen. Nicht „in dunkle Schächte, sondern in helle Köpfe” gelte es in Zukunft zu investieren.

Mit Blick auf die Schließung des Nokia-Werkes in Bochum betonte er, dass „Klagelieder keine neuen Arbeitsplätze schaffen”. Allerdings sei die Zahlung von Subventionen neu zu überdenken, da oftmals „Steuergelder regelrecht verbrannt” würden. „Großunternehmen ziehen weiter, der Mittelstand bleibt vor Ort”, erklärte er und forderte eine Stärkung der mittelständischen Betriebe.

Den Hauch einer Karnevalsveranstaltung bekam die FDP-Feier, als der bekannte Sänger Heinz Forg mit seinem Neffen Markus auftrat und ein Medley seiner besten Lieder zum Besten gab.