Farbenlehre in der Politik

Farbenlehre in der Politik

Die "Nachrichten"-Umfrage vom vergangenen Freitag zum Polit-Amokläufer Steinbrück war sehr interessant. Zunächst einmal: Es äußerten sich nur Frauen (natürlich vor allem auch deshalb, weil nur sie befragt wurden).

Nur eine der Befragten trug den sonst üblichen Doppel-namen. Diese Erkenntnis kam aus Frauenmund, nicht vom Autor. Auch wenn es vielleicht uncharmant klingt: Jugendbildnisse unterstützten die politischen Ansichten, die - bis auf eine Ausnahme - ganz klar für die Fortführung von Rot/Grün votierten. Womit wir bei der politischen Farbenlehre wären. Sie wissen ja: Rot steht für Feuer, Liebe und den Heiligen Geist. Der scheint sich allerdings trotz der Nähe zu Pfingsten aus der Politik verabschiedet zu haben. Grün ist die Farbe des Frühlings und der Hoffnung. Schwarz symbolisiert Nacht, Tod, Trauer, Hoffnungslosigkeit. Was nun die Mischung verschiedener Farben betrifft (schwarz ist übrigens wie weiß keine eigentliche Farbe), so ergibt nur rot-grün eine neue Farbe.

Allerdings braun, was ja mit sehr unangenehmen Erinnerungen verbunden ist. Würde man schwarz und grün mischen, wie es ja eine Politikerin anstrebt, so käme rein physikalisch gesehen nur ein abgetöntes Grün heraus, ins Schmutzige (farblich betrachtet) gehend. Rot und grün, unvermischt, sind außerdem so genannte Komplementärfarben: Sich ergänzend sind sie auch gegensätzlich. Aber mit Farbspielereien kommt man den oft selbst gemachten Problemen in der Politik und anderswo nicht bei. Sogar der Geheime Rat Goethe hatte mit Farbsymbolik keine Glück, als er etwas merkwürdig formulierte: "Grau, teurer Freund, ist alle Theorie. Grün ist des Lebens goldner Baum."