Kreis Heinsberg: Fachveranstaltung: Demenz im Alltag des Krankenhauses

Kreis Heinsberg : Fachveranstaltung: Demenz im Alltag des Krankenhauses

„Herausforderung Demenz im pflegerischen Krankenhausalltag“ lautete der Titel einer Fachveranstaltung, die von vielen Pflegekräften und an der Pflege Beteiligten in der Erkelenzer Stadthalle besucht wurden. Das Demenz-Servicezentrum Regio Aachen/Eifel hatte zu dieser Ver­anstaltung eingeladen.

Dies geschah vor dem Hintergrund von Hochrechnungen, nach denen im Jahr 2020 ­jeder fünfte Patient im Krankenhaus von einer Demenz betroffen sein werde, und der Einschätzung, dass es für diese Patientinnen und Patienten kaum möglich sein werde, sich in der fremden Umgebung des Krankenhauses zurechtzufinden.

Hilfestellungen

Mit dieser Fachveranstaltung wollte das Demenz-Servicezentrum Pflegekräften Hilfestellungen beim Umgang mit demenziell veränderten Menschen geben. In interessanten und fachkundigen Referaten wurde nach der Begrüßung durch Hasan Alagün vom Demenz-Servicezentrum Wissenswertes von Cathrin Otto über das Thema „Umgang mit desorientierten Patienten im Krankenhaus“ und Snjezana Maracic über das Thema „Die Silviahemmet-Philosphie — Schwerpunkt Kommunikation“ vermittelt.

Zum Abschluss standen Diskussion und Austausch in offener Runde unter der Regie der Moderatoren Christa Lardinoix und Hasan Alagün auf dem Programm.

Aus dem einführenden Vortrag von Hasan Alagün ging hervor, dass die Zahl älterer Patienten im Krankenhaus wachse, die neben einer akuten Erkrankung wie einem Oberschenkelhalsbruch oder einer Herz-Kreislauf-Erkrankung auch die Nebendiagnose Demenz aufweisen würden.

Ausgehend von einer aktuellen, von der Robert-Bosch-Stiftung geförderten Studie, stellte er fest, dass in Bayern und Baden-Württemberg sich bei 40 Prozent aller über 65-jährigen Patienten kognitive Störungen verschiedener Art zeigen würden und bei knapp 20 Prozent der Patienten hätten die Forscher eine Demenz festgestellt.

Für Menschen mit Demenz sei ein Krankenaufenthalt eine ganz besondere Herausforderung. Das medizinische und pflegerische Personal stehe bei dieser Patientengruppe vor großen Aufgabenbereichen. Einige Krankenhäuser hätten bereits Konzepte erarbeitet, um die Situation von Patienten mit der Begleitdiagnose Demenz zu verbessern — mit der Schaffung von Spezialstationen und demenzsensiblen Räumlichkeiten oder der Anstellung von zusätzlichen Altenpflegekräften.

Wichtig sei jedoch die frühzeitige Erkennung der kognitiven Einschränkungen. Mit der Erkelenzer Veranstaltung wolle man Ansatzpunkte für die tägliche Arbeit im Stationsalltag liefern. Schließlich würden Mitarbeitende in Medizin und Pflege mit Erfahrungen und Qualifikationen zu einer massiven Entschärfung der Arbeitsbelastungen und gleichzeitig zu einer verbesserten Versorgung von Patienten mit ­kognitiven Einschränkungen beitragen.

Erfreut zeigte sich Hasan Alagün über die Tatsache, mit Cathrin Otto eine diplomierte Psychologin und mit Snjezana Maracic eine erfahrene Trainerin bei den Maltesern in der Weiterbildung in „Kompetenz in Demenz“ verpflichtet werden konnte. Schließlich ging es um Informationen und Anregungen für die Arbeit zum Wohle der Menschen mit Demenz.

(koe)