Schmidt: Fachtagung zur Energiewende: Bewahrung der Erde geht alle an

Schmidt : Fachtagung zur Energiewende: Bewahrung der Erde geht alle an

Unter dem Motto „Energiewende — da war doch was?!“ hatten einige Verbände und Organisationen nach Nideggen-Schmidt in die Jugendstätte der Pfadfinder am Rursee eingeladen. Zu den Veranstaltern zählten die Katholische Kirchengemeinde St. Hubertus Schmidt, die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg, der Diözesanverband Aachen und der Verein zur Förderung Kirchlicher Umweltberatung (FKU).

Geleitet wurde die Veranstaltung von Reiner Lövenich (FKU). Die Auswahl der kompetenten Referenten spiegelte den Ernst der Lage wieder. Wohl die meisten Gäste im „Haus am Brunnen“ sagten: „Es ist Zeit! Jetzt! Nicht morgen! Es ist kurz vor Zwölf!“ In Erwartung der Beratungen des Weltklimarates (IPCC) in den nächsten Tagen in Berlin wollte die kleine Schar umweltbewusster Bürger mit den Referenten ein Zeichen setzen.

Die Nideggener Bürgermeisterin Margit Göckemeyer, mit „ihrer“ Stadt Nideggen auf den ersten Blick weit weg von der täglichen, sichtbaren Verschmutzung großstädtischer Ansiedlungen, forderte dazu auf, wieder die Moral und die verloren gegangene Spiritualität einzufordern, damit es zu einem verantwortlichen Handeln jeder und jedes Einzelnen in Deutschland komme. „Es gilt, die Erde zu bewahren und dabei ist jeder gefragt“, stellte Göckemeyer fest.

Den gegenwärtigen Ist-Zustand in Sachen Klimaschutz in Deutschland und auf dem Globus schilderte Nick Reimer, Journalist aus Berlin. Reimer erinnerte an die vielen Konferenzen, die sich weltweit mit den Themen Klimawandel, Energiewandel, Klimaschutz, Treibhausgasen, Katastrophenszenarien auseinandergesetzt haben und noch immer auseinander setzen. Bisher sei nichts passiert. Zahlen würden von offizieller Stelle schön gerechnet, so dass eine scheinbare Verminderung der CO2-Ausstöße auf dem Papier zu lesen ist. Reimer zeigte Alternativen zum Klimaschutz auf, die in jedem Haushalt zu realisieren sind. Dazu müsse sich jeder Einzelne oft zwingen.

Als Bremser in Sachen Klimaschutz machte Reimer vor allen Dingen die Industrieländer, an ihrer Spitze die USA, aber auch die Bundesrepublik Deutschland, aus. „Die Chinesen wollen so werden wie wir, wollen die Autos fahren wie wir“, sagte der Berliner Journalist. Wer heute noch ein Kohlekraftwerk ans Netz lasse, sei ein „Umweltschädling“ und setze die Existenz der Erde aufs Spiel. Fakt sei, so Reimer, dass die Grenze von zwei Grad Erderwärmung nicht überschritten werden dürfe, sonst seien Katastrophen vorhersehbar.

Anika Schröder von der Misereor-Abteilung Entwicklungspolitik berichtete aus ihrem Erfahrungsschatz Ähnliches. Das Schmelzen der Anden-Gletscher und das Austrocknen des Amazonas-Beckens durch Abholzen riesiger Wälder würden, wenn kein rigoroser Stopp erfolge, zu Hunger, Krankheiten und Kriegen führen.

Die Referenten Dr. Rainer Wiertz vom BUND und Christian Dahm von der Energie-Agentur NRW sowie Konrad Schöller, Schmidt, und Aggi Majewski von der Pfadfinderschaft zeigten an vielen konkreten Beispielen auf, was Menschen in ihrem individuellen Lebensbereich tun können, um die Energiewende zum Schutz des Klimas und zum Erhalt des Planeten Erde zu einzuläuten.