Eschweiler/Simmerath: Europäischer Sozialpreis geht diesmal in die Eifel

Eschweiler/Simmerath : Europäischer Sozialpreis geht diesmal in die Eifel

Viel Prominenz hatte sich vergangener Woche in der Simmerather Polizeiwache eingefunden. Neben Polizeipräsident Klaus Oelze und Wolfgang Robioneck, 1. Polizeihauptkommissar und Leiter des Bezirksdienstes Süd, hatten sich dort fünf Direktoriums-Mitglieder des Europavereins Gesellschaftspolitische Bildungsgemeinschaft (GPB) e.V. aus Eschweiler eingefunden.

Grund des Promitreffs im herben Charme der Eifeler Polizeiwache war Polizeihauptkommissar Hermann Carl, dem der in Eschweiler ansässige Europaverein GPB an diesem Tag den Europäischen Sozialpreis 2014 antrug. Wie der Präsident des Europavereins, Peter Schöner, in seinen Begrüßungsworten erläuterte, wurde die Auszeichnung Ende 1996 initiiert. „Der Europäische Sozialpreis soll ein Zeichen für die Menschlichkeit setzen und dient dem Ziel, durch ständig erneuerten Appell an die öffentliche Meinung das Bewusstsein der Öffentlichkeit für Menschlichkeit zu schärfen“, erläuterte Schöner.

Seit 1997 erfolgte die Preisverleihung an Personen aus Deutschland, Belgien, Polen und Bosnien-Herzegowina, die durch hervorragende soziale Leistungen ein Zeichen für Menschlichkeit gegen Armut, Arbeitslosigkeit und soziale Ausgrenzungen setzten. Als Preisträger wurden dabei Menschen ausgezeichnet, die sich - ohne Mandat oder Funktion in Parteien sowie sozialen Institutionen - uneigennützig und auf privater Initiative für Menschlichkeit engagierten.

Wie Peter Schöner weiter mitteilte, sei der Vorschlag zur Auszeichnung von Hermann Carl von Polizeipräsident Klaus Oelze gekommen. Dieser dankte zunächst einmal den Direktoriumsmitgliedern, dass sie auf die Idee gekommen sind, einen Polizisten für diese hohe Auszeichnung vorzusehen. Mit Hermann Carl habe man da jemanden gefunden, der sich ebenso wie viele andere Uniformierte auch in ihrer Freizeit für die Gesellschaft engagiere.

Im Hinblick auf das große soziale Engagement von Carl hielt Polizeipräsident Oelze fest: „Ich glaube, dass Hermann Carl für diesen Preis genau der Richtige ist“. Polizeihauptkommissar Hermann Carl, der durch seine vielfältigen Aktivitäten in der Eifel wahrlich kein Unbekannter ist, war unter anderem zehn Jahre ehrenamtlicher Übungsleiter (Tischtennis) bei der Tura Monschau, 17 Jahre im Prüfungsausschuss für Jägerprüfungen bei der Unteren Jagdbehörde und ist seit 2004 zertifizierter Waldführer im Nationalpark Eifel.

Seine rollende Waldschule ist Legion und zudem zeichnet er als Mitautor von „Lernort Natur“ verantwortlich. Darüber hinaus setzte er Zeichen bei Arbeiten im Biotopschutz und Renaturierung von Pingos und Palsen (Moorweihern) mit altersgemischten Gruppen (Kindern und Behinderten). Sein Erlebnismuseum „Lernort Natur“ in Monschau hat sich zu einer echten Attraktion entwickelt, an dem er mit vielen weiteren Helfern mit Hochdruck weiterhin arbeitet.

Kein Wunder also, dass Polizeipräsident Klaus Oelze auf seinen Eifeler Vorzeigepolizisten besonders stolz war. Aufgelockert meinte er daher am Ende in Richtung der Preisverleiher: „Liebe Leute vom Europäischen Sozialpreis. Ihr habt mit Hermann Carl genau den Richtigen erwischt.“

Hermann Carl zeigte sich nach der Antragung des Europäischen Sozialpreises sichtlich gerührt. Am 3. Oktober wird Carl dann zur Entgegennahme des Preises nach Eschweiler reisen, wo die Auszeichnung im dortigen Rathaus verliehen wird. Der Europäische Sozialpreis besteht im Übrigen aus einer Ehrenurkunde, einer Medaille und einem Geldpreis.

Eine Auflage gab es allerdings noch für die Preisverleihung. Peter Schöner bestand darauf, dass beim Festakt die Rollende Waldschule im Foyer des Eschweiler Rathauses platziert wird.

(ho)