Alsdorf: Euregiobahn: Viel Arbeit auf der nächsten Etappe

Alsdorf : Euregiobahn: Viel Arbeit auf der nächsten Etappe

Es sind nur knapp vier Kilometer. Doch die haben es in sich. Bis die Euregiobahn von ihrem derzeitigen Alsdorfer Endhaltepunkt am Annapark bis zur Mariadorfer Poststraße weiterfahren kann, sind unterwegs einige Nüsse zu knacken. Vor allem die vielen Bahnübergänge bedeuten reichlich Arbeit.

„Wir haben richtig harte Monate vor uns”, sagt Thomas Fürpeil, Geschäftsführer der Euregio Verkehrsschienennetz GmbH (EVS). Und viel Zeit bleibt nicht. Schon im Dezember soll die Bahn bis nach Begau kommen. Bevor dann im kommenden Jahr der lang erwartete Ringschluss bis Stolberg vollendet wird.

Große Herausforderung

Von einer „großen Herausforderung in Alsdorf” sprach Fürpeil am Montag bei der Vorstellung der Pläne im Alsdorfer Rathaus. Nicht nur, weil unterwegs der komplette Gleiskörper („der alte war nicht mehr zu gebrauchen”) ausgetauscht werden muss. Neun Bahnübergänge müssen neu eingerichtet werden, dazu drei Haltestellen und ein Brückenkörper. Und noch etwas: der modifizierte Kreisverkehr am derzeitigen Alsdorfer Endhaltepunkt der Euregiobahn. Fürpeil: „Wir versuchen, diesen modifizierten Kreisverkehr in sieben Bauabschnitten so anzulegen, dass die Bahnhofstraße während der Arbeit nicht für den Verkehr gesperrt werden muss.” Diesen Wunsch hatte die Politik geäußert. „Das ist aufwändig. Aber wir entsprechen ihm gern - zu unserem Leidwesen”, sagte Fürpeil augenzwinkernd.

Acht Millionen Euro

Alles in allem ist es Arbeit, die gut acht Millionen Euro kosten wird. 90 Prozent der Summe tragen Bund und Land, den Rest steuern die Gesellschafter der EVS bei. Allein 2,5 Millionen verschlingt die Technik an den Bahnübergängen. Sechs von ihnen wird die Mönchengladbacher Firma Scheidt & Bachmann gestalten.

Bei diesem Aufwand bleibt für die Bahnsteige selbst zunächst wenig Geld übrig. Fürpeil: „Wir werden zum Start vergleichsweise bescheidene Versionen der Haltepunkte anlegen und sie später umfangreicher ausstatten.” Jeweils ein Unterstellhäuschen, ein behindertengerechter Zugang und Müllkörbe sollen jedoch bereits zum „Startpaket” gehören.

„Wir bringen keine goldenen Handgriffe an, die können wir uns nicht leisten. Uns geht es darum, die Bahn zu den Leuten zu bringen”, sagte am Montag Axel Wirtz, Vorsitzender des EVS-Beirates.

Viele Verzögerungen

„Verzögerungen waren immer unser größtes Problem”, formulierte er mit Blick auf die oftmals unsicheren öffentlichen Fördertöpfe. Nun aber soll Tempo gemacht werden. „Im kommenden Jahr ist der Ringschluss da!” Voraussichtlich 145 Millionen Euro wird die Realisierung der Euregiobahn dann gekostet haben. Geld, das gut investiert sei. Wirtz: „Die Pendlerströme nehmen stetig zu. Es ist daher wichtig, dass öffentliche Gelder in die Schiene gesteckt werden.”

Aus Alsdorfer Sicht konnte Bürgermeister Alfred Sonders das nur unterstreichen. Zumal die Stadt mit ihren bald fünf Haltepunkten „praktisch komplett am Gleis” sei. „Wir haben noch viel Kapazität, was Wohnraum in Gleisnähe betrifft. Wir nehmen die Bahn auch als Chance, um uns in der Städteregion zu positionieren.”