Aachen/Stolberg: Euregiobahn: Ring schließt sich erst 2011

Aachen/Stolberg : Euregiobahn: Ring schließt sich erst 2011

Noch im vergangenen Juli war Hans-Joachim Sistenich „irritiert” von der Aussicht, dass der Ringschluss der Euregiobahn zwischen Alsdorf-Annapark und Stolberg-Hauptbahnhof nicht fahrplanmäßig bis Dezember 2010 fertig werden würde.

„Wir müssen und werden den Termin halten”, sagte der Geschäftsführer des Aachener Verkehrsverbundes (AVV) damals auf die Frage nach dem pünktlichen Netzausbau, dessen Finanzierung steht.

Inzwischen muss er sich wohl damit anfreunden, dass der Zug abgefahren ist. „Ich will nicht ausschließen, dass es zu Verzögerungen kommt”, sagte Sistenich am Montag und betonte, dass er damit „nur einige Monate” meine. Zudem gehe er davon aus, dass die Euregiobahn „im Vorlauf zum kompletten Ringschluss” bereits weiter fahre als bis zur bisherigen Endstation Annapark in Alsdorf.

Zumindest über die beiden geplanten Haltepunkte Kellersberg und Mariadorf bis Alsdorf-Begau sollen die Züge Ende kommenden Jahres rollen. Vielleicht noch weiter. Denn im Endausbau wird die Euregiobahn schließlich über St. Jöris in Eschweiler und den Flugplatz Merzbrück auf Würselener Stadtgebiet bis zum Stolberger Hauptbahnhof rollen.

Verhandlungen mit der Bahn

Dass es zu dieser Verzögerung wohl kommen wird, liegt hauptsächlich just am Stolberger Hauptbahnhof. Genauer sagt: an „schwierigen Verhandlungen” mit der Deutschen Bahn, wie Thomas Fürpeil, Geschäftsführer der Euregio Verkehrsschienennetz GmbH (EVS), die für den Bau beziehungsweise die Wiederbelebung alter Strecken sowie für den Unterhalt verantwortlich ist, erklärt. Der Erwerb des Bahnhofsgebäudes stehe kurz bevor, die Baugenehmigung liege bereits vor, sagt Fürpeil. Aber die Verhandlungen seien eben noch nicht abgeschlossen. Und das Gebäude spielt eine wichtige Rolle.

Schließlich plant die EVS, die zentrale Leitstelle für das elektronische Stellwerk der Euregiobahn dort einzurichten. „Das ist eine zwingende Voraussetzung für den Ringschluss”, betont der EVS-Geschäftsführer. Doch verbunden damit ist eine technische Herausforderung. Da die Hauptgleise bei der Bahn bleiben und die Nebengleise künftig von der EVS genutzt werden, müssen „die Oberleitungen körperlich getrennt werden - und das unter Verkehr”, erklärt Fürpeil, der für die gesamte Umsetzung in Stolberg eine Bauzeit von gut einem Jahr einkalkuliert.

Da sind die 13 Schienenkilometer, die für den Ringschluss zwischen Alsdorf-Annapark und Stolberg komplett samt Schotterbett, Bahnschwellen und Gleisen zu bauen sind, das viel kleinere Problem. Noch stehen zwar die abschließenden Gespräche mit dem AVV und dem Nahverkehr Rheinland aus. Doch Fürpeil schätzt, dass die Bagger ab dem kommenden Frühjahr auf der Strecke sind, um den Weg für die Euregiobahn freizumachen. „Wir haben genug zu tun”, sagt der Geschäftsführer, der froh über die parteiübergreifende Unterstützung ist, um auch die letzten Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

Dass dies gelingt, davon ist auch AVV-Chef Sistenich überzeugt. Schließlich seien sich alle Partner inhaltlich einig. Nun gelte es, so schnell wie möglich die letzten Verträge abzuschließen.