Städteregion: Etschenberg trifft noch einmal auf Karl

Städteregion : Etschenberg trifft noch einmal auf Karl

Helmut Etschenberg (CDU) ist seiner Favoritenrolle zwar gerecht geworden, doch eine Stichwahl um das Amt des Städteregionsrats gegen seine SPD-Konkurrentin Christiane Karl in drei Wochen ist unvermeidbar.

Etschenberg sammelte rund 42 Prozent aller Stimmen ein. Karl kam immerhin auf 34 Prozent. Aus diesem Grund wollte Etschenberg die Spannung auch noch nicht ganz herunterfahren: „Ich bin eigentlich ganz zufrieden. Doch wenn ich mir die Ergebnisse ansehe, hätte ich es schon gerne gesehen, mit ein paar Prozentpunkten mehr die Stichwahl zu vermeiden“, so Etschenberg im Gespräch mit unserer Zeitung.

Zwar geht Etschenberg auch in drei Wochen als großer Favorit ins Rennen, doch fest steht auch, dass das linke Spektrum genügend Stimmen mobilisieren kann, um den CDU-Mann noch in Bedrängnis zu bringen. „Daran werden wir in den nächsten drei Wochen arbeiten“, ließ die Kampfansage von Martin Peters, Fraktionsvorsitzender der SPD im Städteregionstag nicht lange auf sich warten. „Etschenberg hat seinen Amtsbonus nicht ausspielen können. mal sehen, was wir in drei Wochen noch machen können“, sagte Karl.

Noch ein wenig knapper geht es bei den Wahlen des Städteregionstages zu. Die Union bleibt stärkste Kraft und landet nahezu unverändert bei rund 38 Prozent. Aber die SPD legt um knapp 3,5 auf knapp 33 Prozent zu, während die Grünen verlieren und bei gut 12,7 Prozent der Stimmen landen. Zwar könnte es für Schwarz-Grün immer noch knapp für eine einfache Mehrheit reichen. Ob die beiden Parteien ihre inzwischen schon 20-jährige Regierungszusammenarbeit fortsetzen werden, war am Sonntag aber noch offen.

Rückblick: „Schulz-Effekt“, sagt Axel Wirtz. Der CDU-Parteichef im Altkreis Aachen schaut angespannt auf die Wahlergebnisse. Es ist gerade erst 20.10 Uhr, die Europawahl ist fast ausgezählt. Nur noch 12 Stimmbezirke fehlen. Die satten Gewinne der SPD — zu dem Zeitpunkt sind es 13,5 Prozent — und die Verluste der CDU — 5,2 Prozent zu dem Zeitpunkt — lassen ihn für den Städteregionstag bangen. Ob es reicht für Schwarz-Grün? „Es wird eng“, weiß er und runzelt die Stirn. „Wir müssen sehen, welche Koalitionen möglich sind“ sagt er. Auch mit Blick auf die Stichwahl. Denn da werden die anderen sicher Wahlempfehlungen aussprechen, meint er.

Derweil herrscht im SPD-Fraktionszimmer Freude. „Schulz-Effekt“, sagt Parteichef Martin Peters und strahlt. Es bleibt spannend. Um 21.10 Uhr — da sind 289 von 418 Stimmbezirken ausgezählt — hat Schwarz-Grün zwar knapp die Mehrheit, aber nur eine Stimme. „Und wenn wir die Stichwahl gewinnen, reicht es für sie nicht“,sagt Peters. Mit dem Wahlergebnis seiner SPD ist er zufrieden. Zugelegt habe sie, freut er sich. Und auch Christiane Karl ist „richtig zufrieden“ mit ihrem Ergebnis.

Im Wahlzentrum verfolgen die Grünen die Ergebnisse, allen voran Spitzenkandidatin Elisabeth Paul. Die leichten Verluste der Grünen seien nicht schön, aber auch nicht dramatisch. „Ich hoffe, dass es für schwarz-grün reicht. Das wäre schön“, sagt sie. Das eigene Ergebnis findet sie „eigentlich ganz gut“.

Die Linken sind zur gleichen Zeit voll und ganz zufrieden. „Wir haben zugelegt. das heißt, die Bürger honorieren unsere Arbeit für die Städteregion“, sagt Spitzenkandidat Uwe Löhr.

Katerstimmung herrscht derweil bei den Liberalen. „In der Städteregion haben wir unser Minimalziel erreicht“, erklärt Georg Helg, Fraktionschef. „Wir haben die Fraktion. Das ist überlebenswichtig. Denn ohne Fraktionsstatus ist Politik nicht möglich.“ Den herben Stimmenverlust schreibt Helg dem Bundestrend zu. „Dagegen kommen wir nicht an.“