Erkelenz: Es bleibt die Erinnerung an einen guten Menschen

Erkelenz : Es bleibt die Erinnerung an einen guten Menschen

Sechs Geistliche zelebrierten am Montagvormittag die feierlichen Exequien für den am vergangenen Dienstag nach langer, schwerer Krankheit gestorbenen Landtagsabgeordneten und langjährigen Kreisvorsitzenden der CDU, Franz-Josef Pangels (69).

Pfarrer Hermann Josef Kaiser, der ein guter Freund der Familie ist, Regionaldekan Günter Meis, Pater Theodardus Megens, Prälat Arnold Poll, Kaplan Ansgar Falk sowie Pfarrer i.R. Paul Kämmerling waren in der Erkelenzer Pfarrkirche St.Lambertus zugegen. Der Cornelius-Burgh-Chor sang das Kyrie und das Agnus Dei.

Gefühlvoll spielte Agnes Walter auf der Violine die „Arie” von Johann Sebastian Bach und „So nimm denn meine Hände”. Das „Ave Maria” stimmte mit Günter Langen ein Fraktionskollege von Pangels aus dem Landtag an.

Politiker der leisen Töne

Landtagsvizepräsident Dr. Helmut Linssen sprach die außergewöhnlich schwere Prüfung für Franz-Josef Pangels im letzten Jahr an: Er habe seine Krankheit mit Geduld und Würde getragen. Pangels sei eine Persönlichkeit, um die in Stadt, Region und Land getrauert werde.

Linssen betonte die Eigenschaften, die den Politiker Pangels ausgezeichnet hätten: Leidenschaft, absolute Hingabe und Verantwortung, aber auch Distanz, Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen. In seiner Heimat verwurzelt, sei Pangels ein politisches Aushängeschild und Markenzeichen dieser Region gewesen.

Viele Menschen hätten ihn gemocht, weil er Vertrauen ausgestrahlt und Vertrauen nicht missbraucht habe. „Er liebte seine Heimat über alles”, zugleich sei er aber weltoffen gewesen. Pangels sei kein Mann der publikumswirksamen Rede, sondern ein Politiker der leisen Töne gewesen. Still und nachhaltig, konsensorientiert und gradlinig habe er in den 14 Jahren im Parlament in den Ausschüssen gearbeitet.

Seine Liebe habe dem Petitionsausschuss gegolten, wo er sich Anliegen der Menschen habe zu Eigen machen können. Verlässlich und treu, aufrichtig und warmherzig - all dies habe Pangels über Partei- und Fraktionsgrenzen hinweg beliebt gemacht.

Spuren hinterlassen

„Franz-Josef Pangels war ein Politiker, der den einzelnen Menschen nie aus dem Auge verlor”, sagte CDU-Landesvorsitzender Dr.Jürgen Rüttgers. Oft sei Pangels um Hilfe gebeten worden: „Und er hat geholfen!” Er habe Spuren hinterlassen nicht nur in Erkelenz und im Kreis Heinsberg, sondern im gesamten Land Nordrhein-Westfalen.

Vor allem aber in vielen Herzen. Trotz seiner Krankheit habe er, solange er es gekonnt habe, an den Beratungen teilgenommen. „Er wollte weitermachen, auch als er immer schwächer wurde.” Rüttgers dankte dem „liebenswerten Menschen” für alles, was er geleistet habe. „Wir werden ihn nicht vergessen, weil er ein Stück unserer Gemeinschaft war und damit auch ein Stück von uns selbst. Franz-Josef Pangels hat sich um das Vaterland verdient gemacht.”

Für andere eingesetzt

„Franz-Josef Pangels war ein Politiker von ganzem Herzen. In den Mittelpunkt seines Handelns stellte er aber stets die Menschen”, betonte der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen. Die Sache sei Pangels immer wichtiger gewesen, als seine Person in den Vordergrund zu stellen.

„Seine Liebe zur Heimat und seine sehr herzliche, frohe und freundliche Art haben die Wege zu den Mitmenschen geöffnet.” In der Erinnerung aus den Kontakten mit den vielen Bürgern werde an erster Stelle der gute Mensch und erst dann der Politiker Franz-Josef Pangels haften bleiben, so der Bürgermeister. „Erkelenz verliert eine Persönlichkeit und einen Bürger, der sich als Mensch und Politiker stets für andere eingesetzt hat.”

Nach der Einsegnung des Sarges stimmte die Trauergemeinde das Josefslied der St.-Josef-Kapellengemeinde Matzerath an, in der Franz-Josef Pangels zu Hause war. Orgelmusik erklang zum Defilee am Sarg. Die Urnenbeisetzung wird zu einem späteren Zeitpunkt im engsten Familienkreis stattfinden.