Erkelenz-Gerderath: Erste Versöhnungsansätze auf dem Gerderather Bolzplatz

Erkelenz-Gerderath : Erste Versöhnungsansätze auf dem Gerderather Bolzplatz

Um den Bolzplatz am Spechterwald hatte es einigen Ärger gegeben. Anwohner fühlten sich von dem Lärm der Kinder und Jugendlichen belästigt, der Bezirksausschuss wurde eingeschaltet.

Dort wurde nach eingehender Beratung und Diskussion beschlossen, die Anwohner und jugendlichen Platzbesucher, mit denen es in der Vergangenheit Ärger gegeben hatte, bei einem Grillfest ins Gespräch zu bringen.

Am Freitag vor Pfingsten sollte es soweit sein. Nachmittags wurden der Grill angeworfen sowie Tische, eine Torwand und anderes Spielgerät aufgebaut. Es sollte ein gemütliches Treffen bei bestem Grillwetter werden.

Allein: Die beiden Hauptbeschwerdeführer und direkten Anwohner des Bolzplatzes, auf deren Betreiben hin sich der Bezirksausschuss der Sache angenommen hatte, blieben dem Versöhnungsfest zuerst fern.

Viele Interessierte und Anwohner waren gekommen, um gemeinsam bei strahlendem Sonnenschein eine schöne Zeit zu haben. Iris Winters, Geschäftsführerin von Sparta Gerderath, betonte, dass das Thema auch für die Gerderather Vereine von Bedeutung sei.

Der Erhalt des Bolzplatzes sei nicht nur für die Kinder und Jugendlichen von Bedeutung. Auch Bürgermeister Peter Jansen hatte es sich nicht nehmen lassen, auf der Radtour mit seiner Gattin Gabriele einen Abstecher an den Spechterwald zu machen und mit den Jugendlichen zu kicken.

Viele der Anwohner sahen das Thema Bolzplatz eher gelassen. Zum Beispiel Stefanie Siegers. „Wir fühlen uns von dem Bolzplatz nicht belästigt„, betonte sie und hob hervor, dass der Bolzplatz schon lange vor den Häusern der Anwohner dort war. „Irgendwo müssen die Jugendlichen ja hin”, erklärte sie.

Wenn es ab und zu mal laut würde, hätte es aus ihrer Erfahrung bisher immer gereicht, um etwas Ruhe zu bitten. Angepöbelt worden sei sie bisher noch nicht. Marion Taugs-Blumenhofen, die in der Nähe des Bolzplatzes an der Meister-Gerhard-Straße wohnt, betonte, dass sie sich von der Geräuschentwicklung auf dem Bolzplatz nicht belästigt fühlte.

Auch Susanne Bahl, die mit ihrer Familie direkt hinter dem Wall wohnt, sieht es eher gelassen. „Wir wussten, dass der Bolzplatz existiert”, erklärt sie. Trotzdem - oder gerade deshalb - habe sich die Familie für den Standort entschieden. Denn auch ihr eigener Nachwuchs hat die Möglichkeit, dort und auf dem angrenzenden Spielplatz zu spielen.

Den bepflanzten Wall zwischen Bolzplatz und den angrenzenden Häusern betrachtet sie als gute Lösung. Und wenn ein Ball einmal in ihren Garten fliegt, ist das auch kein Problem. „Wir haben extra ein Tor in den Zaun eingebaut, damit die Kinder nicht darüber klettern müssen, um den Ball zu holen.” So geht es also auch.

Mona Rose vom evangelischen Jugendzentrum Cirkel sieht in dem Fest ein deutliches Zeichen an die Jugendlichen. „Es ist ein Schritt nach vorne. Die Jugendlichen merken, dass sie ernst genommen werden, das ist wichtig”, betont sie und ergänzt, dass der Streit sicher nicht nur auf der Seite der jungen Platzbesucher gewachsen sei. Denn: „Wie es in den Wald hineinruft, so schallt es auch heraus.”

Zum Dialog kam es später dann doch noch, als eine der beschwerdeführenden Familien auf ein Würstchen vorbeischaute. So hatten beide Seiten doch noch Gelegenheit, ihren Standpunkt darzustellen und um Verständnis zu werben.

Ob es in Zukunft rund um den Bolzplatz friedlicher zugeht, bleibt abzuwarten. Leo Schmitz betonte abschließend, dass immerhin ein Dialog zustande gekommen sei, auf den zukünftig aufgebaut werden könne.