Kreis Heinsberg: Erschütternde Erlebnisse während der Haft

Kreis Heinsberg : Erschütternde Erlebnisse während der Haft

Was passierte einem DDR-Bürger nach einem missglückten Fluchtversuch? Was hatte ein politischer Gefangener in DDR-Gefängnissen zu erwarten?

Am Montag, 11. Januar, um 20 Uhr lädt die Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg zu einem Vortrag des ehemaligen DDR-Flüchtlings und politischen Gefangenen Hartmut Richter in die Stadtbücherei in Heinsberg an der Patersgasse 6 ein. Der Eintritt ist frei.

Hartmut Richter, der heute als Besucherreferent in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen tätig ist, schildert in dem Vortrag sein Leben in der DDR sowie seine erschütternden Eindrücke und Erlebnisse während der Haft.

Schon die Stationen seines Lebens als „Republikflüchtling” dokumentieren, dass die Zuhörer einen fesselnden Vortrag erwarten dürfen: Nach einem gescheiterten Fluchtversuch über die tschechoslowakisch-österreichische Grenze im Januar 1966, der ihm eine Bewährungsstrafe einbrachte, durchschwamm Richter im August 1966 im Süden Berlins den Teltow-Kanal.

Nach geglückter Flucht und einer mehrjährigen Tätigkeit als Schiffssteward durfte er 1972 nach einer Amnestie wieder in die DDR einreisen. Das im selben Jahr zwischen der Bundesrepublik und der DDR geschlossene Transitabkommen nutzte Richter, um Freunden und Bekannten mit seinem Pkw zur Flucht in den Westen zu verhelfen.

Nach 33 erfolgreich durchgeführten Fluchten wurde er im März 1975 am Grenzübergang Drewitz bei dem Versuch, seiner Schwester zum Aufenthalt im Westen zu verhelfen, festgenommen und anschließend wegen „staatsfeindlichen Menschenhandels” zur Höchststrafe von 15 Jahren Freiheitsentzug verurteilt.

Hartmut Richter musste insgesamt fünf Jahre in der Untersuchungshaftanstalt Berlin-Hohenschönhausen sowie in den Strafvollzugsanstalten von Berlin-Rummelsburg und Bautzen II verbringen, ehe er schließlich im Oktober 1980 von der Bundesrepublik freigekauft wurde.

Für nähere Informationen zu dieser VHS-Veranstaltung steht Interessenten die zuständige Fachbereichsleiterin Dr. Marion Preuß-Thelen unter 02452 134323 zur Verfügung.