Erkelenz: Erkelenz: Ein ganzes Wohngebiet wird größter Spielplatz Deutschlands

Erkelenz : Erkelenz: Ein ganzes Wohngebiet wird größter Spielplatz Deutschlands

Ein Arbeitsbesuch der besonderen Art stand am Samstag für NRW-Minister Armin Laschet auf dem Programm. Entsprechend seinem Ressort „Generationen, Familie, Frauen und Integration” besuchte er das Wohngebiet Oestricher Kamp in Erkelenz. Dort eröffnete er das Spielstraßenfest „Mach mit - Fahr Schritt - Tempo 7”, zu dem die Initiatoren des Kinderschutzbundes die rund 50 Spielstraßen des Wohngebietes in einen großen Spielplatz verwandelt hatten.

Ziel der Veranstaltung war es, die Autofahrer und Anlieger zum Schutze der Kinder und Senioren an eine vorsichtigere Fahrweise zu erinnern. Eingeladen hatten der Erkelenzer Ortsverband des Kinderschutzbundes und der „Runde Tisch” als Initiative des Seniorenausschusses. Denn, so betonte der Vorsitzende des Erkelenzer Ortsverbandes Michael Kutz, in dem Wohngebiet werde immer noch zu schnell gefahren.

„Tempo 30 reicht beim besten Willen nicht aus”, erklärte Kutz. Ein Autofahrer brauche immer noch rund dreizehn Meter, um bei der Geschwindigkeit seinen Wagen zum Stillstand zu bringen. Bei den geforderten sieben Stundenkilometern verringere sich der Bremsweg auf knappe zwei Meter.

Ihr Anliegen konnten Kutz und seine Mitstreiter jedoch nicht nur bildlich darstellen. Gemeinsam mit dem Beecker Sänger Georg Wimmers hatte Jörg Meyer zu Altenschildesche vom Kinderschutzbund das Lied „Spielstraßen sind zum Spielen da” komponiert, das von den vielen kleinen und großen Festbesuchern lauthals mitgesungen wurde.

Nach den Kindern zog es Laschet zu den Senioren in die Residenz „Pro Seniore” am Karolingerring, wo Anne Dulies die Arbeit des „Runden Tischs” und seiner Arbeitsgruppen vorstellte. Laschet betonte, dass die Senioren „aktive Gestalter der Gesellschaft” seien, die sich vor allem in Ehrenämtern engagierten. Dabei hob er hervor, dass der demografische Wandel der Gesellschaft nicht als Bedrohung angesehen werden dürfe. „Heute verwirklicht sich der Jahrtausende alte Traum, länger zu leben.”

Aufgabe der Gesellschaft sei es, mit neuen Wohn- und Lebensmodellen auf diesen Trend zu reagieren. Was der Seniorenausschuss in Erkelenz bisher geleistet habe, bezeichnete er als „vorbildlich”. In der anschließenden Diskussion betonte er, dass Projekte wie die Familienzentren oder die geplanten Mehrgenerationenhäuser zukünftig aus Bundes- und Landesmitteln gefördert würden.