Kreis Heinsberg: Engagement für die Solidarität im Arbeitsleben

Kreis Heinsberg : Engagement für die Solidarität im Arbeitsleben

Die Betriebsseelsorge im Bistum Aachen hatte zur Solidaritätswoche aufgerufen. Mit dem Info-Bus waren Johannes Eschweiler, Pastoralreferent für das Bistum Aachen und Betriebsseelsorger im Kreis Heinsberg, sowie Schwester Svitlana Matsiuk vom Projekt Wanderarbeiterinnen und Wanderarbeiter in der Region Heinsberg vor Ort.

Begleitet wurden sie von den Betriebsseelsorgern für die Städteregion Aachen und Mönchengladbach, Ursula Rohrer und Rainer Oswald, sowie dem Diözesanpräses der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB,) Ralf Linnartz. Unter dem Motto „Aufstehen für gute Arbeit, gerechte Löhne und Mitbestimmung“ informierten sie Menschen auch am Markt in der Kreisstadt Heinsberg.

„Circa 39 Prozent der sozialversicherten Beschäftigten befinden sich in Teilzeit, Leiharbeit oder Minijobs. Da reicht nicht nur der Lohn oft nicht zum Leben aus, sondern es droht auch Altersarmut“, erklärte Johannes Eschweiler zu den Gründen für die Aktion. Zuvor waren sie früh aufgestanden, um vor der Firma Sera in Heinsberg ins Gespräch mit den dort arbeitenden Menschen zu kommen.

Der Schwerpunkt seiner Arbeit liege in der Seelsorge und der Beratung zur Umsetzung von Möglichkeiten nach dem Betriebsverfassungsgesetz, sagte Eschweiler. „Wir wollen den Menschen Ansprechpartner sein für ihre Belange am Arbeitsplatz und ihnen Mut machen, auch in kleinen und mittelgroßen Unternehmen einen Betriebsrat zu gründen“, formulierte Eschweiler ein Engagement in der Solidaritätswoche. Solidarität untereinander gelinge im Arbeitsleben dann besonders, wenn die Betroffenen in Arbeitnehmerbündnissen wie der KAB oder den Gewerkschaften organisiert seien.

Die Betriebsseelsorge im Bistum Aachen unterstütze die Gründung von Betriebs- und Personalräten. So sei gewährleistet, dass gute Arbeit da zu finden sei, wo die Arbeitsplätze tariflich gebunden seien, die Entlohnung existenzsichernd und für einen menschenwürdigen Lebensunterhalt reiche und Beschäftigung nicht in Niedriglohn und Leiharbeit stattfinde. Gerechter Lohn bedeute ebenso, dass für Frauen wie Männer die Regel „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ gelte.

Im Rahmen der Solidaritätswoche, die am 29. April in Aachen begann und am 9. Mai in Mönchengladbach endet, wird an diesem Sonntag, 8. Mai, der Info-Bus der Betriebsseelsorge zum zehnjährigen Bestehen des Vereins Amos in Oberbruch erwartet, wo um 10.30 Uhr ein Gottesdienst in der Kirche St. Aloysius und anschließend eine Feier am Standort von Amos an der Mittelstraße anstehen.

Auch die Solidaritätskollekte für Arbeitslosenprojekte im Bistum Aachen findet an diesem Wochenende statt. Sie steht unter dem Motto: „Perspektiven geben: Arbeit stärkt, erfüllt und vernetzt“. Bei der Solidaritätskollekte sind die Menschen in den Gemeinden des Bistums Aachen aufgerufen, für die Arbeitslosenprojekte in den Regionen des Bistums zu spenden, damit diese Menschen ohne Erwerbsarbeit qualifizieren und beraten können.

Im Bistum werden zahlreiche Arbeitslosenmaßnahmen gefördert, deren Aufgabe in der Beratung, Bildung, Begegnung und Selbsthilfe für die Betroffenen liegt. Das Bistum stellt pro Jahr 860 000 Euro Kirchensteuermittel für die Arbeitslosenarbeit zur Verfügung. Dazu kommen Spenden und die Einnahmen aus der Kollekte, im vergangenen Jahr rund 100 000 Euro.

(jwb)