Kreis Heinsberg: Einigen Pflegeheimen im Kreis Heinsberg droht Belegungsstopp

Kreis Heinsberg : Einigen Pflegeheimen im Kreis Heinsberg droht Belegungsstopp

Einzelzimmer für mindestens 80 Prozent der Bewohner: Noch bis August haben die Pflegeheime in NRW Zeit, diese gesetzliche Vorgabe zu erfüllen. Wie Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) Anfang dieses Monats mitgeteilt hat, werden das nicht alle Pflegeeinrichtungen schaffen.

Diese Seniorenheime müssen, so teilt das Ministerium mit, mit einem Belegungsstopp rechnen. Auch im Kreis Heinsberg sind einige Einrichtungen betroffen. Die allermeisten werden die Vorgabe jedoch offenbar problemlos erfüllen.

Laut Ulrich Hollwitz, Sprecher der Kreisverwaltung, der auch die Heimaufsicht obliegt, gibt es im Kreisgebiet 42 Pflegeheime. 36 davon erfüllen die Quote bereits jetzt. Die übrigen sechs hätten der Heimaufsicht signalisiert, mit der Erfüllung Schwierigkeiten zu bekommen. Die 42 Pflegeheime kommen zusammen auf 2747 Plätze, die Auslastung liege üblicherweise bei zwischen 90 und 94 Prozent, aktuell bei 91.

126 dieser Plätze stellt das Haupthaus des Franziskusheims in Geilenkirchen. Das war bisher so und wird auch so bleiben. Denn das Heim am Kniepbusch wird zurzeit mit einigem Aufwand umgebaut — wegen der neuen Gesetzeslage. „Die Arbeiten sollen im August abgeschlossen werden“, kündigt Hausleiter Mario Ohnesorg an. Anschließend werde man die vorgegebene Quote sogar übertreffen, und zwar so deutlich wie es mathematisch eben geht: Die Einzelzimmerquote werde bei 100 Prozent liegen.

Und nicht nur Mehrbettzimmer werden aus dem Franziskusheim verschwinden. Sondern auch die Unterscheidung zwischen Altbau und Neubau. Denn einen Altbau wird es durch die gleichzeitig vollzogenen Sanierungsarbeiten nicht mehr geben. Dies zieht auch eine Veränderung der Preispolitik nach sich: Die Preise im bisherigen Altbau werden angehoben, die im bisherigen Neubau hingegen gesenkt, so dass sie im gesamten Komplex auf gleichem Niveau liegen.

Im Altenheim Burg Trips, das mit seinen 80 Plätzen ebenfalls zu der gemeinnützigen Franziskusheim GmbH gehört, wird sich hingegen nichts verändern. Die ab August verbindliche Einzelzimmerquote von 80 Prozent erfülle man schon seit der Eröffnung vor 15 Jahren. Daran werde sich auch nichts ändern. Somit umfasst das Gesamtangebot der Franziskusheim gGmbH weiterhin auch Mehrbettzimmer.

Dass die Einzelzimmerquote auf Burg Trips genau den gesetzlichen Vorgaben entspricht, ist kein Zufall. Denn die Gesetzgebung mag erst im August in Kraft treten. Verabschiedet wurde sie aber bereits 2003 in Form des sogenannten Wohn- und Teilhabegesetzes für Pflegeheime in NRW — vor 15 Jahren also.

„Wir stehen der Quote positiv gegenüber und denken, dass eine Übergangszeit von 15 Jahren eine ausreichend lange Zeit war, um die Forderung umzusetzen“, stellt dementsprechend auch die Heinrichs Gruppe fest, die im Kreis Heinsberg sieben stationäre Einrichtungen betreibt.

Direkte Auswirkungen habe die Regelung auf zwei der Standorte gehabt, damit die Quote erfüllt werden kann, teilt das Unternehmen weiter mit. Die hielten sich aber offenbar in überschaubaren Grenzen: Im Haus Karin in Mindergangelt werden neun Plätze abgebaut, in der Pro8 in Erkelenz-Kückhoven drei. Angesichts von 420 Plätzen, auf die die Heinrichs Gruppe allein im Kreis Heinsberg kommt, ist das natürlich ein sehr geringer Schwund.

Sollte es landesweit zu einem Belegungsstopp für die Einrichtungen kommen, die die Quote nicht erfüllen können, so wären in NRW 3000 Pflegeplätze nicht verfügbar. Das sind knapp 1,7 Prozent der Plätze in der vollstationären Pflege. „Ausnahmefälle sind bei der Einrichtung von Kurzzeitpflegeplätzen und beim Verzicht auf eine Landesförderung durch das Pflegewohngeld möglich“, sagt ein Sprecher des Gesundheitsministeriums.

(jpm/slg)