Kreis Düren: Einhelliges Dürener „Ja“ für Griechenland

Kreis Düren : Einhelliges Dürener „Ja“ für Griechenland

Drei Bundestagsabgeordnete, drei Ja-Stimmen: Wenn es in Berlin am Mittwoch um die Frage geht, ob Griechenland ein drittes Hilfspaket in Höhe von 86 Milliarden Eure bekommt, werden Thomas Rachel (CDU), Dietmar Nietan (SPD) und Oliver Krischer (Bündnis 90/Die Grünen) mit Ja stimmen.

„Die europäischen Staats- und Regierungschefs“, so CDU-Mann Thomas Rachel, „haben in schwierigen Verhandlungen ein Gesamtkonzept erarbeitet, das den Menschen in Griechenland helfen kann.“

Für die CDU bewirbt sich im Kreis Düren Thomas Rachel um das Direktmandat.

Dieses Konzept, das für die griechische Bevölkerung viele Reformen und Sparmaßnahmen bedeuten würde, sei für die Europäische Union eine gute Grundlage, um zusammenzuhalten. „Es muss unser Ziel sein, dass Griechenland wieder wettbewerbsfähig wird. Nur dann wird es möglich sein, dass das Land ein Stück der Hilfe, die es bekommen hat, auch wieder zurückzahlt.“ Griechenland sei zudem ein wichtiger Staat an der Außengrenze der Europäischen Union. „Stabilität ist an dieser Stelle ganz wichtig.“

Oliver Krischer sieht das Sparpaket als „Schritt in die richtige Richtung.“

Auch Sozialdemokrat Dietmar Nietan sieht keine Alternative zum dritten Hilfspaket. „Dieses Paket gibt Griechenland und der Europäischen Union drei Jahre Zeit, um gemeinsam aus der Krise herauszukommen.“ Gefragt, so Nietan, seien beide Seiten, die EU und Griechenland. „Wenn die Regierung Tsipras wirklich alle Reformen umsetzt, was ja bei keiner Vorgängerregierung bisher passiert ist, dann hat sie unsere absolute Solidarität verdient. Das heißt, dass dann auch wieder in Griechenland investiert werden muss.“

Die Kredite, sagt Nietan, könne Griechenland in den nächsten 50 Jahren sicher nicht zurückzahlen. „Darüber müssen wir uns im Klaren sein. Aber wenn das Land wieder auf die Füße kommt, kann zumindest ein Teil der Schulden auch zurückgezahlt werden.“ Das sieht Oliver Krischer anders. „Ich glaube nicht, dass Griechenland die Kredite zurückzahlen kann. Das Land braucht einen Schuldenschnitt.“

Grundsätzlich ist der Politiker von Bündnis 90/Die Grünen der Meinung, dass bei einem Ausstieg Griechenlands aus der Europäischen Union und dem Euro der Schaden für Deutschland noch viel größer wäre. „Das, was die Staatschefs jetzt verhandelt haben, ist für mich ein Schritt in die richtige Richtung.“ Zum Beispiele sehe das neue Hilfspaket auch Reformen in Sachen erneuerbarer Energien vor.

„Das ist ganz wichtig“, so Krischer. „Wenn es in Griechenland eins genug gibt, dann ist es Sonne.“ Darüber hinaus seien aber auch grundlegende Strukturreformen wichtig. Krischer: „Es reicht aber nicht, wenn wir von den Griechen nur Reformen verlangen. Es muss in diesem Land auch wieder Investitionen geben, damit es wieder auf die Beine kommt.“