Bad Windsheim: Einer hupt immer: Wann darf man am Lenkrad laut werden?

Bad Windsheim : Einer hupt immer: Wann darf man am Lenkrad laut werden?

Die Ampel wechselt auf Grün, der Vordermann bleibt weiter stehen. Prompt ertönt von hinten eine Hupe. Oder ein Transporter versperrt den Weg, die Schallzeichen sind schier vorprogrammiert. „Dabei ist das Hupen laut Paragraph 16 der Straßenverkehrsordnung nur in zwei Situationen gestattet“, erläutert Josef Harrer vom Autoclub ARCD in Bad Windsheim.

Er zählt sie auf: „Schall- und Leuchtzeichen darf nur geben, wer außerhalb geschlossener Ortschaften überholt oder wer sich oder Andere gefährdet sieht.“

Letzteres ist zum Beispiel der Fall, wenn man andere Verkehrsteilnehmer auf eine ungesicherte Unfallstelle hinweisen möchte, oder wenn ein Fußgänger unachtsam die Fahrbahn betritt. Nicht zulässig ist das Hupen dagegen, um andere Verkehrsteilnehmer in ihrem Verhalten zu maßregeln.

Grundsätzlich kann beim missbräuchlichen Hupen ein Verwarnungsgeld in Höhe von zehn Euro fällig werden, wenn dadurch andere belästigt werden. Teurer kann es werden, wenn ein Autofahrer einen anderen Verkehrsteilnehmer durch das Hupen gefährdet und dieser beispielsweise so erschrickt, dass er vom Fahrrad stürzt.

In vielen Fällen - wie bei einem Autokorso nach einem gewonnenen Fußballländerspiel oder bei einer Hochzeit - drückt die Polizei hingegen erfahrungsgemäß ein Auge zu. Dennoch sollten Verkehrsteilnehmer nicht vorschnell auf die Hupe drücken. ARCD-Sprecher Josef Harrer: „Autofahrer sollten nicht bei jeder Gelegenheit hupen, damit das Warnsignal auch ein solches bleibt.“

(amv)